Immer noch am Handnähen

Das Fräulein ist immer noch von Hand am nähen, und es geht auch gut voran. Noch 4 oder 5 Tage (wenn alles gut geht) und das Geschenk sollte fertig sein.

*Das Fräulein beginnt zu grübeln* Nein, da ist ja noch der zweite Teil, also nochmals 2 Tage mehr.

Aber heute hat sie Kopfschmerzen, und es ist schon der dritte Tag (nicht durchgehend, zum Glück) und die Schmerzen sind heute am schwersten. Deshalb wird heute nicht genäht, und auch sonst nichts anstrengendes gemacht.

Und Fotos können halt noch immer keine gezeigt werden, nicht bevor sie das Geschenk ihrer Geliebten übergeben kann.

Advertisements

Das Fräulein näht von Hand

Als das Fräulein vor nunmehr fast 9 Monaten angefangen hat mit nähen, da war etwas für sie ganz klar: von Hand nähen ist nichts für sie. Das Fräulein hat eh schon nicht die längste Konzentrationsspanne, und dann noch bei etwas was so ausgeprägt repetitiv und langwierig ist? Da würde sie die Wände hoch kriechen dabei (das ist auch ein Grund wieso sie jegliche Ermunterung zum Stricken strikte ablehnt). Okay, zwischendurch ein paar Knöpfe von Hand geht noch (mit der Elna sei es auch möglich Knöpfe anzunähen, aber da muss das Fräulein erst mal die alte Maschine wieder auf Vordermann bringen), oder sonst eine kleine Stelle wo es mit der Maschine nicht möglich ist, aber sonst wollte das Fräulein eigentlich echt nichts von Hand nähen.

Jetzt hat sie aber einen ganz weichen sanften Stoff („Pfirsichhaut“ hat die Frau im Laden den genannt), und einige kleine Teile, die mit Kurven genäht werden müssen, und sauber anstecken ginge ja schon, aber das könnte auch sehr schnell verkorksen. Mal ganz abgesehen davon das es in der Maschine auch nochmal ein Knorz sein würde, und das Fräulein hart würde kämpfen müssen um eine saubere Naht hinzukriegen.

Na ja, wenn es sein muss muss es sein, also zückt das Fräulein eine Nadel, fädelt den Faden ein, und beginnt die kleinen Sachen von Hand zu nähen. Das geht natürlich bei weitem nicht so schnell wie mit der Maschine, aber es ist sauber und genau, und sie denkt dabei viel an ihre Geliebte, was sie glücklich macht.

Inzwischen überlegt das Fräulein auch schon ob sie nicht das ganze Geschenk für ihre Geliebte von Hand nähen will. Das wäre irgendwie zuckersüss und überromantisch. Also doch, das wird von Hand genäht (das nennt sich Entscheidungsfindung via öffentlichem Selbstgespräch).

Aufgeräumt

Dieses Wochenende war das Fräulein ziemlich faul. Sie ist viel im Sofa rumgelegen, hat einige Filme gesehen (Bride Of Frankenstein war ziemlich gut, I Walked With A Zombie war interessant weil es da nicht um moderne Zombies ging, sondern um klassische real existierende Zombies wie sie im Voodoo vorkommen), etwas gelesen (The Strain von Del Toro und Hogan), eine geraume Zeit in das heisse Feuer gestarrt. Ganz allgemein also war es ein sehr angenehmes Wochenende.

Heute war sie dann doch nicht ganz so faul. Sie hat eine Menge Wäsche gewaschen, schön sortiert und gefaltet und versorgt. Das Fräulein mag es wenn die Wäsche fertig ist, aber nicht etwa weil damit die Arbeit vorbei wäre, Wäsche stapelt sich ja sofort wieder, sondern weil sie dann beim Anziehen frei aus ihrem ganzen Kleiderschatz wählen und kombinieren kann. Das Bett worin sie sich jetzt dann gleich reinschmust ist auch frisch bezogen, und die Bettdecke schon einladend zurückgefaltet.

Dann hat sie vorhin auch noch ihren Arbeitstisch aufgeräumt, weil seit dem letzten mal hat sie doch etliches genäht (ein Korsett, einen langen Rock, einen Shrug, und zuletzt den warmen Rock in Violett). Zugegeben, beim Fräulein ist „aufgeräumt“ ein relativer Ausdruck, und vielleicht sollte sie nochmal eine Stunde oder so darin investieren, aber der Tisch ist schon viel übersichtlicher als vorhin (das Foto ist ein wenig billig, das Fräulein hatte nur die webcam zur Hand, und ihre Haare haben sich auch noch reingeschlichen).

Aufgeräumt hat das Fräulein aber nicht nur damit es schön sauber ist, sondern auch damit sie ihr nächstes Projekt anfangen kann (das Geschenk für ihre Geliebte welches sie gestern erwähnt hat). Deshalb ist auch schon das rote Tuch ausgebreitet, das ist irgend ein billiger Stoff den sie für Versuche und Experimente benutzt. Sie hat in Gedanken schon ziemlich an dem Objekt gebastelt um rauszufinden wie sie es nähen muss, aber als sie dann den Stoff vor sich hatte war es ihr ziemlich bald klar das sie das ganze zuerst noch mit Stift und Papier aufzeichnen würde müssen.

So ein Konstruktionsplan sieht dann etwa so aus, wobei der grösste Teil des Plans immer noch nur im Kopf des Fräuleins existiert.

Ein Geschenk

Als nächstes will das Fräulein ein Geschenk nähen. Und zwar ein Geschenk für ihre Geliebte. Aber da wird sie aufpassen müssen damit sie nicht verrät was es wird, und Fotos wird es wohl auch noch nicht geben.

Die Topologie von dem Teil wird aber, das weiss das Fräulein jetzt schon, ziemlich interessant, und auch beim Nähen kniffelig werden. Und das Fimo was sie schon längere Zeit hat kann sie dann auch endlich mal einsetzen.

Start Wearing Purple

Oder auf Deutsch: ihr sollt Violett tragen[1]! Und genau das tut das Fräulein heute.Dazu musste sie allerdings erst mal ihren Rock fertig nähen. Gestern hatte sie schon alle Bahnen zusammengenäht, sowohl vom Futter wie vom Oberstoff, und den Saum schön vernäht (doppelt umgelegt, mitsamt dem Futter). Sie hätte das Futter natürlich auch wie einen Unterrock frei hängen lassen können, was etwas weniger Präzision gefordert hätte. Aber dem Fräulein war nicht danach.

Jetzt musste sie nur noch den Bund annähen. Dazu musste sie zuerst noch den oberen Rand begradigen (das wäre vielleicht eine Lektion die das Fräulein ernst nehmen sollte. wenn die Nahtzugaben auch alle schön gleichmässig zugeschnitten sind wird alles viel einfacher). Dann Futter und Oberstoff schön zusammenstecken und festnähen. Schliesslich den Bund (den das Fräulein schon früher zugeschnitten hatte) längs falten und Bügeln, und weiter falten so das es vom Profil her einem Schrägband ähnelt. Dann muss es nur noch wie ein Schrägband annähen.

Und da sass nun das Fräulein in ihrem Morgenrock, der Rock fast fertig, sie will das Ende des Bundes schön umlegen und abnähen… aber jetzt hatte sie 10 Lagen von dem dicken Velours, und der passte kaum unter das Füsschen. Wenn sie das Füsschen runter klappte ging gar nichts, also mit Füsschen hoch nähen… irgendwas ging dabei nicht gut, und mit einem Knall explodierte die Nadel.

Also, um ehrlich zu sein muss das Fräulein zugeben das die Nadel nicht eigentlich explodiert ist. Aber seit das sie im Februar angefangen hat zu nähen ist dies die erste Nadel die sie kaputt gemacht hat. Da hat sie halt doch einen kleinen Schock gekriegt.

Aber danach war sie fast fertig. Noch eine letzte Naht, und die Entscheidung vorerst mal eine Sicherheitsnadel zu benutzen anstatt ein Knopfloch zu nähen und den Knopf anzunähen. Und dann konnte sich das Fräulein endlich ankleiden. Und zwar wie es sich gehört ganz in Violett.

Die Strümpfe waren übrigens mal Strumpfhosen, aber das Fräulein findet die ganz unbequem zum tragen (mal ganz abgesehen von völlig unsexy). Aber es ist viel einfacher Strumpfhosen mit ansprechenden Mustern zu finden, und es ist eine ganz einfache Operation diese umzubauen.

Ihre Unterwäsche will sie jetzt nicht zeigen, aber die ist übrigens auch ganz in Violett. Und der Rock ist, obwohl er eigentlich relativ kurz ist, sehr warm und angenehm zu tragen.

[1] Ein Lied von Gogol Bordello, eines ihrer bekanntesten zum mitsingen. Kann z.B hier gesehen werden (wenn youtube das nicht andernorts sperrt). Ist aber bei weitem nicht ihr bestes Lied.

*grummel*

Der violette Velours. Eigentlich sollte der ja ein ganz einfaches Röckchen geben, so bis kurz über das Knie, ohne Firlefanz (okay, ich hab mir überlegt den noch zu besticken oder etwas darauf zu applizieren, aber im Moment wird das Nix). Mehr als ein paar Stunden braucht man dazu nicht, oder?

Doch dann beschliesst das Fräulein das sie ihn unbedingt füttern will, dann ist er wärmer und geschmeidiger und gleitet so glatt über ihre nackten Beine. Das Fräulein mag halt Luxus, da ist auch nichts Einzuwenden. Das gibt halt etwas Mehraufwand, und eigentlich hasst sie ja diesen flatterhaften Futterstoff, aber es lohnt sich.

Dann wollte sie auch noch – als weitere Komplikation, wie wenn es nicht schon genug sei für einen simplen Rock – das Futter nicht bis zum Saum hinunter ziehen, sondern das Velours innen einige Zentimeter hochziehen. Aber das Fräulein wollte nicht einfach die Bahnen des Rocks etwas länger machen und umklappen, sondern mit zusätzlichen Panelen und kompliziert und so [1]. Aber das Fräulein liebt ja Herausforderungen.

Bloss dann hat sie Mist gebaut. In der Anleitung bei N&S (wie gesagt, ein sehr einfaches Teil) wird 30 Zentimeter als Breite für eine Bahn vorgeschlagen. Die 30 Zentimeter sind dann in des Fräuleins Kopf festgehangen. Denn die Bahnen hat sie 33 cm breit geschnitten, weil das so schön aufging und keine Reste hinterliess. Aber die Belege[2] für innen hat sie dann frisch fröhlich auf 30 Zentimeter zugeschnitten. Jetzt hat sie also nicht nur den Aufwand für Nix getan, sondern hat auch keinen Stoff mehr übrig. Und da fühlt sich das Fräulein halt doch eher grummelig.

Wenigstens hat sie den Reissverschluss schön sauber hingekriegt.

[1] Hier zeigt sich wieder einmal das das Fräulein keine Ahnung hat vom Nähen. Diese Teile haben nämlich garantiert einen Namen, genau so wie die Teile die z.B. beim Kragen „innen“ drauf kommen (und eigentlich weiss das Fräulein wie die Teile heissen, aber das kommt ihr jetzt gerade nicht in den Sinn).

[2] Beleg nennt sich das doch, nicht? Jetzt hofft das Fräulein das sie sich nicht im Wort täuscht.

Eigentlich hat es das Fräulein gut

Eigentlich hat es das Fräulein gut. Sie hat in ihrer Stadt 4 Stoffgeschäfte, plus einen Ikea und ein anderes Warenhaus die auch Stoffe anbieten. Noch besser, ihr Lieblingsstoffgeschäft ist keine 5 Velominuten von ihrer Haustüre. All das nützt jedoch nix wenn sie ein Projekt hat und die Ladenöffnungszeit am Samstag verpasst.

Jetzt muss das Fräulein gucken ob sie den Rock aus Resten zusammenflicken kann.

Ein Anfang

Der eigentliche Anfang ist ja nun schon eine Weile her, und ist ja auch immer etwas schwierig zu definieren. Hier kämen jedoch zwei Daten speziell in Frage: entweder der Tag an welchem sie ihre Nähmaschine gekauft hat, oder sonst an dem deutlich früheren Datum an welchem sie, beim betrachten von ledernen Spielsachen, gedacht hat das müsse doch auch aus pflanzlichen Textilien herstellbar sein. [1] Welcher von diesen Momenten wichtiger war ist kaum zu sagen, schlussendlich ist es das Zusammenspiel von beiden welches das Fräulein zur Näherin machte.

Darauf hat sie noch ein Bekannter auf Natron & Soda hingewiesen, wonach ihrem fröhlichem Drauflosnähen nichts mehr im Weg stand. Eine ganze Menge Kreationen sind seither schon aus ihrer Werkstatt [2] gekommen, diese wird sie sicher auch noch vorstellen. Irgendwann sind dann auch mal solche Spielsachen entstanden, bei denen müssen aber auch noch einige wenige (sprich: eine ganze Menge) Details geändert werden. Dies ist jedoch ihre übliche Meinung zu jedem abgeschlossenen Projekt, und sollte nicht zu ernst genommen werden.

Und da das Fräulein sich heute eine Erkältung eingefangen hat, und es auch schon spät ist, schliesst sie diesen Eintrag jetzt ab.

Spielzeug

[1] Ja, das Fräulein ist vegan, sie mag deshalb keine Ledersachen, und versaut, weshalb sie so manches mag was üblicherweise aus Leder ist.

[2] Ein einfacher Tisch in ihrem Schlafzimmer.