Zu viel zum nähen, nicht genug Zeit zum schreiben

So kommt sich das Fräulein zumindest im Moment vor. Nicht bloss das sie viel zum nähen hat, aber dazu noch mit so viel Zeitdruck. Da näht sie dann bis in das Morgengrauen durch, und wenn sie eigentlich noch was darüber schreiben möchte muss sie ins Bett.

Wie sie schon erzählt hat musste sie die ihre Schallplattenhandtasche als Zwischenprojekt einfügen, und an der hat sie über das Wochenende fleissig weiter gearbeitet (ausser am Freitag, da ist sie tanzen gegangen, und auch erst im Morgengrauen nach Hause gekommen). Die Tasche hat die perfektionistische Ader des Fräuleins aufs Äusserste gefordert, noch nie hat sie so viele Nähte wegen so kleinen Kleinigkeiten wieder aufgetrennt. Das war schon beim Aufbau der kleinen Seitentasche der Fall, wo sie manche Nähte wegen einem Stich zu viel wieder geöffnet hat. Sie hat dabei auch die verschiedensten Techniken und Methoden ausprobiert welche sie höchstens vom Sehen kannte, die Seitentasche z.B. oder die Träger. Viele der Schnittteile musste sie, um das Streifenmuster nach ihrem Geschmack zu gestalten, aus Zwei symmetrischen Teilen zusammenfügen. Die ganzen auf Biais geschnittenen Teile haben eine Tendenz sich zu verziehen (was bei Schrägband sehr nützlich ist, aber bei der Tasche unerwünscht), deshalb sind sie alle mit einer zweiten Lage Stoff vernäht, und viele noch mit Vlieseline verstärkt. Gefüttert ist sie selbstverständlich auch, und dabei mit eingearbeitet sind ein Fach für Papiere oder andere flache Sachen, eine Tasche für das Handy, und eine kleine Tasche mit Reissverschluss, und die sind alle auch noch verstärkt. Und manche Details sind eindeutig nur dekorativ.

Kurz gesagt, die Tasche ist kompliziert.

Und um das ganze zu illustrieren ist hier mal ein Foto von der Tasche. An dem Zeitpunkt hatte das Fräulein die Tasche eigentlich schon geschlossen gehabt, und sie dann wieder so weit aufgetrennt.

Nachher hat sie noch die (sehr solide) angenähten D-ringe wieder abgenommen um sie um etwa 3 cm zu versetzen. Aber eigentlich lässt sich in diesem Zustand schon viel von der Tasche erahnen. Den Deckel (also, die Oberseite mit dem Reissverschluss) hat sie auch zwei mal nähen müssen, in diesem Fall weil sie beim Berechnen vom Schnittmuster einen Rechenfehler gemacht hatte, dabei hat sie aber das Streifenmuster nochmals geändert und ist eigentlich froh darüber. Als wieder alles zusammengenäht und alle Nähte abgesteppt war hat sie dann so ausgesehen.

In diesem Zustand ist die Endform schon klar erkennbar, mit den flachen schwarzen Seiten auf welche die Schallplatten montiert werden und der Tasche welche dazwischen eingespannt von der Innenform her schon eher einem Kubus gleicht. Sie steht übrigens auf dem Foto komplett aus eigener Kraft, sie ist nicht ausgestopft um ihre Form zu halten, und hat auch keine Verstrebungen.

Über die Platzierung der Etikette hat sich das Fräulein auch länger Gedanken gemacht. Auf oder direkt über der Aussentasche hätte ihr eigentlich gefallen, aber da war nur wenig Platz, und die Etikette wäre zwischen lauter Details kaum zur Geltung gekommen. Das andere Ende wäre da schon eher in Frage gekommen, aber da läuft ein Band über der Mittelnaht bis fast zum oberen Rand, an welchem ein D-ring befestigt ist, und das hat auch keine vernünftige Platzierung erlaubt. Verschiedene Stellen am inneren der Tasche hätte sie als annehmbar, aber nicht richtig zufriedenstellend empfunden. Schliesslich hat sie aber am Deckel eine Stelle gefunden wo sie gut zur Geltung kommt ohne durch zu viel Schnickschnack konkurrenziert zu werden.

Und dann kamen noch die Träger, und das einzige was jetzt noch fehlt sind die Schallplatten selber, die aber noch gebohrt werden müssen. Morgen (beziehungsweise heute) wird das Fräulein aber erst mal das Black Ice zu einem Ende bringen.

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