Schlaflos

Das Fräulein hat sich schon vor einer Weile schlafen gelegt, aber obwohl sie den ganzen Tag über müde und kaputt war kann sie jetzt nicht schlafen. Wer je mit dem Gefühl gekämpft hat weiss wie mies sich das Fräulein gerade fühlt. Aber den Schlaf erzwingen wollen, das geht kaum je, und das ist auch allen bekannt die mit Schlaflosigkeit kämpfen. Aber vielleicht hilft es ja mal hier ein paar Zeilen zu schreiben, und mit etwas Glück kann sie danach gut schlafen.

So mies wie sie heute drauf war ist sie auch gar nicht zum nähen gekommen, was das Fräulein auch noch extra frustriert hat. Das erst recht weil sie die letzten paar Tage wieder mal sehr gut voran gekommen ist, und die Zeit bis zum WGT schon so knapp ist. Dennoch hat sie heute nicht mehr geschafft als ein wenig in Photoshop an den fake Etiketten für die Schallplattenhandtasche zu basteln.

Die werden bei der Handtasche auf den seitlich angebrachten Schallplatten über die eigentlichen Platten geklebt, jeweils mit anderem Songlisting und Titel. Das ist natürlich „nur“ kosmetisch, aber das Fräulein will nicht unbedingt gross werben welche Platten sie in ihrer Pubertät vor über 20 Jahren gekauft hat (Bad – Michael Jackson *schäm*) und die guten Platten wollte sie nicht hierfür opfern auch wenn sie kaum je wieder einen Plattenspieler besitzen wird.

Abgesehen von den Etiketten ist die Tasche übrigens fertig. Dafür hat sie weit über 300 Löcher gestanzt, dabei stundenlang in die Flamme gestarrt, und die Platten nachher schön ordentlich vernäht. Der Versuch hatte nämlich gezeigt das die Verbindung mit Heissleim viel zu starr war, und eine Lösung mit Silikon oder wäre vielleicht flexibel genug gewesen, aber das Fräulein mochte nicht dafür Geld ausgeben wenn es möglicherweise nicht mal funktioniert hätte.

Inzwischen sieht das Fräulein überall nicht existierende Krabbelviecher rumkrabbeln, Hundertfüssler und solche Sachen, vielleicht kann sie bald schlafen.

Das Fräulein nahm also das extra feste Garn welches sie speziell zu diesem Zweck gekauft hatte und begann zu nähen. Dabei ist offensichtlich das kein gewöhnlicher Stich die Platten anständig zusammen halten würde, erst recht nicht wenn die Platten dann zusammengefaltet würden. Deswegen hatte sie sich auch schon länger den Kopf zerbrochen, und nach vielem geistigen ausprobieren einen Stich selbst entworfen von dem sie glaubt das er eigentlich halten sollte. Sie ist dabei froh das sie ein ausgeprägtes dreidimensionales Vorstellungsvermögen hat, denn sie kann den Stich weder in Worten richtig beschreiben noch wüsste sie wo auf dem Internet suchen um Anleitungen für solch spezielle Stiche zu finden.

Das Nähen ging dann aber ziemlich flott von der Hand, und dasselbe galt auch direkt danach wenn es darum ging die Platten mit der Tasche zu vernähen. Das Fräulein wünscht sich höchstens das sie ein klein wenig sauberer gearbeitet hätte, denn das ganze ergibt an der Tasche eine sichtbare Naht. Aber sie hatte zum Teil einfach zu viel Mühe mit der Nadel durch Zehn oder mehr (es waren überall mindestens Zehn Lagen, wenn man die innenliegenden Nahtzugaben mit zählt) Lagen Stoff hindurch auf das kleine Loch der Schallplatte zu treffen. Umgekehrt ist sie ziemlich Stolz darauf das die Form der Tasche trotz der vielen Verarbeitungsschritte immer noch sauber auf die Schallplatten passt, und im ganzen ist sie ziemlich stolz auf das (fast, fehlen ja noch die Etiketten) fertige Ergebnis.

Und jetzt will das Fräulein nochmals versuchen zu schlafen.

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