Das Fräulein am WGT – Donnerstag

Das Fräulein sitzt gerade im Zug, kurz nach Basel auf dem Weg nach Genf. Einmal dort angekommen wird das WGT 2011 für sie endgültig vorbei sein, und sie wird sich in die Vorbereitungen für die Hochzeit ihrer Freunde Tanja und Chris stürzen. Dazu gibt es (endlich) ein neues Korsett und einen gerüschten Rock, aber dazu mehr später. Zuvor will sie einige Eindrücke vom WGT festhalten.

Wer schon am WGT war weiss wie schwer es ist die Atmosphäre am WGT zu beschreiben, weiss auch das es praktisch unmöglich ist einem Uneingewheiten zu erklären was den Charme vom WGT ausmacht. Das Fräulein wird sich deshalb auf Momentaufnahmen beschränken.

Das fängt schon auf der Hinfahrt an, beim ausschauen nach anderen voll beladenen Autos mit schwarz gekleideten Insassen. Um 13 Uhr schon in Leipzig wird das Fräulein zusammen mit ihrer Freundin Anja erst mal direkt bei ihrem Zuhause ausgeladen, praktisch gelegen am Tram 4 zum Bahnhof und Bus 70 zum Connewitzer Kreuz (von wo aus 11 und 31 zur Agra fahren). Franzi, ihre Gastgeberin ist Charmant mit schönen violetten Haaren und hat Sekt als Willkommenstrunk kalt gestellt. Ihre Wege kreuzen sich jedoch nur selten, Franzi arbeitet an einem der Of-Festivals, und das Fräulein ist natürlich auch meistens unterwegs.

Als nächstes bekommt das Fräulein einen Undercut verpasst und frischt im Gegenzug den von Anja auf. Danach wird etwas Essen eingekauft, beide leiden unter Schlafmangel und Unterzuckerung. Die ersten Eindrücke sind etwas eigenartig, das Fräulein ist hier an einem der grössten Höhepunkte in ihrem Kalender, und im Quartier ist die Stimmung nicht von einem normalen Donnerstag Nachmittag zu unterscheiden. Aber doch, dort wandert auch ein Grüppchen schwarzgekleideter durch die Strassen, und aus dem Tram steigen auch noch zwei aus.

Ganz durchbrochen wird diese Illusion von Normalität als die beiden (Anja und das Fräulein) zum Bahnhof fahren um Merle abzuholen, welche als dritte im Bund mit ihnen das Zimmer teilen wird. An der Tramhaltestelle ist die Plattform gefüllt mit schwarzen Wesen, an der Ampel noch mehr, es ist eine wahre Augenweide an verschiedensten Ausprägungen dieser einen Farbe. Mit Merle geht es zuerst zum Zimmer zurück und dann eiligst zur Agra, es ist schon 6 Uhr, die erste Band spielt in der Halle 4, und für das Bändchen anstehen müssen alle auch noch!

Zum Glück dauert das nicht lange, und dabei gibt es auch schon den ersten Höhepunkt, den Pfingstboten (das Fräulein hatte obwohl sie in einem Zimmer wohnte eine Obsorgekarte, inzwischen weiss sie aber das es den Pfingstboten auch zu kaufen gibt, sie wird das evtl. nächstes Jahr so machen). Der Pfingstbote, für die nicht eingewheiten, ist das Programmbuch zum WGT. Es ist über 200 Seiten dick, auf qualitativ herausragendem Papier gedruckt, durchgehend mit Hochglanzfotographien, und aufwendig gebunden (letztes Jahr in weissem Leder mit sowohl positiven wie negativen Prägungen, dieses Jahr in dunkelgrau, das Fräulein hat das Material noch nicht identifiziert, mit einer grossen 20 in römischen Ziffern aus einem silbrig glänzenden Gestein gefrässt mittig eingeklebt). Der Pfingstbote gibt zwar nicht die Stimmung vom WGT wieder, aber es zeigt dessen Einzigartigkeit gut.

Gleich darauf trudeln noch mehr Freunde ein die sich auf dem Zeltplatz heimisch gemacht haben. Von jetzt an alles was vor sich ging zu beschreiben würde die Kapazitäten des Fräuleins und ihres Telefons überfordern, schon am ersten Abend am WGT hat sie so viel erlebt, so viele Freunde getroffen, so viel getanzt wie sonst manchmal in Wochen oder Monaten nicht… Es ist ein wunderbar schönes Gefühl. Irgendwann nach dem letzten Konzert verliessen das Fräulein und ihre Freundinnen die Agra und machten sich auf den Heimweg. Treffend dekadent zu einem schwarzen Festival war ihr Taxi eine Limousine, und der Fahrer legte schwarze Musik auf, ein feines Zückerchen als Abschluss zum ersten Abend am WGT. Alle drei versanken dann auch sehr schnell in einen tiefen erholsamen Schlaf.

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