Näharbeiten abgeschlossen, aber…

Gestern Nacht hat das Fräulein die Näharbeiten an ihrer neuen Tasche im wesentlichen abgeschlossen, auch wenn sie dafür heute fast den ganzen Tag gebraucht hat. Das ganze war auch ziemlich knifflig, zum Teil musste sie durch 16 Lagen Stoff hindurch nähen, alles musste immer auf engstem Platz sein, unzählige Stecknadeln wurden verbogen, sie musste lernen wie sie den Füsschendruck einstellt, der Faden riss wiederholt, und Nähnadeln hat sie auch einige geschrottet. Ihre Freund/innen mit denen sie am chatten war durften sich anhören wie sie ganz untypisch und überhaupt nicht auf die feine Art über das ganze geflucht hat. Aber irgendwie und irgendwann ist sie doch fertig geworden, und das ganze sieht durchaus ansehlich aus.

Dem Fräulein gefällt die Form, die Stabilität, und die Haptik der Tasche. Manche Nähte sind nicht ganz so sauber wie sie sein sollten, aber auch mit denen kann sie leben. Jetzt muss sie nur noch zwei Singles nehmen, ringsum Löcher drein machen, schöne fake Etiketten auf die Platten kleben, und sie annähen.

Aber irgendwie scheint es dem Fräulein das da etwas nicht stimmt. Rund ist es, sicher rund genug das es an den Singles in Form gebracht werden kann. Sauber hat sie gearbeitet, sicher sauber genug das keine grösseren Diskrepanzen auftreten können. Sie fragt sich was los ist. Da misst sie schnell nach, die Tasche hat einen Aussendurchmesser von 16.5 cm. Aber die Singles sind doch 17.5 cm? Irgendwas stimmte da nicht.

Trotzdem, da war es 3 Uhr morgens, das Fräulein hatte seit dem frühen Nachmittag abgesehen von kurzen Pausen durchgearbeitet, und sie hatte überhaupt keine Lust das jetzt rauszuknobeln. Stattdessen hat sie Cookies gebacken, Tee gekocht, ein kleines Süppchen geschlürft, einen schönen Flirt und ein noch warmes Cookie als Nachspeise genossen, und ist schlafen gegangen. Denn schliesslich muss auch die Seele zwischendurch mit Angenehmem und Süssem verwöhnt werden.

Beim Aufstehen war trotzdem die Frage nach dem fehlenden Zentimeter ziemlich weit vorne in des Fräuleins Gedanken. Und sie hat die Ursache dafür auch ziemlich schnell gefunden. Dem Kreis welchen sie sich aus festem Papier als Schablone zugeschnitten hat fehlt genau der Zentimeter welcher jetzt auch bei der Tasche fehlt. Und sie glaubt auch zu wissen wieso der Kreis zu klein ist, sie hat sich fast sicher verrechnet als sie den Zirkel eingestellt hat um den Kreis zu zeichnen.

Ganz demotiviert ist das Fräulein jetzt aber nicht. Mit einem Stencil und sonst etwas Verzierung wäre die Tasche hier durchaus noch ansprechend, als erstes kommt ihr dabei ihr Schwan in den Sinn (das Fräulein steht auf ihr Logo), aber es könnte ja auch etwas anderes sein. Sie weiss jetzt auch das das Prinzip für die Tasche funktioniert, und wo sie vielleicht noch ein paar Änderungen anbringen kann. Und für die Tasche ausgegeben hat sie fast nichts, nur einen Reissverschluss und D-Ringe musste sie kaufen, alles andere waren Resten.

Also wird sie heute Abend einen zweiten Anlauf starten, und ein noch besseres Täschchen nähen.

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Zu spätnachtener Zeit

Es ist ungefähr 5 Uhr Morgens, das Fräulein liegt im Bett, zu ihrer Linken eine Tafel Schokolade (Cremant von Cailler, ca. 50% Kakao, vegan), zu ihrer Rechten ein grosses Glass selbstgemachten Eistee (Früchtetee mit Kirschenaroma, ungesüsst, mit einem Schuss Orangen- und Ananassaft verfeinert). Aus den Lautsprechern trällert die aktuelle Ausgabe von „A Darker Shade of Pagan„, einem Musikpodcast welcher mehr oder weniger dunkle heidnische Musik vorstellt. Und statt zu schlafen schreibt sie in ihrem Blog.

Vor ungefähr einer Stunde hat sie ihre Arbeit niedergelegt und sich einen Bissen Essen gesucht (Resten von einem feinen Thai Curry mit Reis, die Schokolade ist bloss Nachtisch), ein kleines Video geguckt (Blutengel – Reich mir die Hand), welches auch mit Grund ist wieso sie noch schreibt statt schon zu schlafen. Nicht das die Musik all zu sehr ihrem Geschmack entspricht, aber die Bilder im Video waren betörend schön. Da muss das Fräulein aber auch zugeben das sie äusserst gerne Gebissen wird, und das Blut für sie eine ganz besondere Ästhetik besitzt.

Zuvor hat sie aber genäht, und ist wieder ein schönes Stück voran gekommen. Das freut sie besonders weil der Montag was das Nähen anging ein kompletter Reinfall war, und sie auch am Dienstag nur wenige Stunden gearbeitet hatte weil sie mit Freunden in der Stadt unterwegs war. Die einzige grosse Pause welche sie sich heute gegönnt hatte war der Zubereitung des Abendessen und dessen Verzehr in gemütlicher Familienrunde gewidmet.

Die Tasche an welcher sie arbeitet hat verschiedene mehr oder weniger knifflige Details. Zum ersten ist sie klein, sie wird einen Durchmesser von 17.5 cm haben, bei einer Breite von 4 cm, das erfordert genaues Arbeiten. Damit die Tasche auch etwas aushält hat das Fräulein alle Teile sowohl vom Oberstoff als auch vom Futter verstärkt, so das fast alle Nähte durch mindestens 4 Lagen Stoff gehen, teilweise auch durch wesentlich mehr. Dann ist die immer lustige Aufgabe runde mit geraden Schnittteilen zu verbinden. Das mag zwar eigentlich nicht so kompliziert erscheinen, aber wenn man bedenkt das ein Kreis von 52 cm Umfang mit 1.5 cm Nahtzugabe 61 cm Umfang hat, aber trotzdem an einen 52 cm langen Streifen Stoff gesteckt werden muss, dann ist die Problematik sofort ersichtlich. Zusammengesteckt sieht das dann so aus:

Inzwischen ist das Fräulein aber schon ein schönes Stück weiter. Oberstoff und Futter sind fertig, die Nahtzugaben wo sinnvoll zurückgeschnitten und mit Zickzack versäubert (der ganze Fusel war einfach störend), die Ansätze für den Träger angenäht, und der Reissverschluss ist auch schon halb eingenäht. Abgesehen von den Singles die noch dran müssen fehlen eigentlich nur noch ganz wenige Details, so das das Fräulein denkt sie könnte morgen mit den Näharbeiten fertig werden.

Am liebsten möchte das Fräulein die Tasche dieses Wochenende schon fertig haben, sie hat heute Abend eine Einladung zu einer Suspension erhalten (also, wo sich Leute an Haken in der Haut aufhängen lassen). Sie will sich zwar dieses Wochenende noch nicht selber aufhängen lassen, aber sie freut sich sehr darauf dort beiwohnen zu dürfen. Leider hat sie auch keine Ahnung was frau dazu anzieht, aber eine schöne neue Tasche müsste doch eigentlich als Accessoire gut gehen.

Und jetzt geht das Fräulein wirklich schlafen.

Roter Satin, Schwarzer Taft

Schwarz und Rot sind derzeit so ziemlich des Fräuleins Lieblingsfarben, zumindest könnte man das denken wenn man guckt was sie derzeit so näht. Und so ganz Unrecht hätte der Beobachter dabei ja nicht. Derzeit arbeitet sie an einer neuen Kreation, in einigen Tagen sollte sie fertig sein. Heute hat sie jedoch vor allem Zeit damit verbracht die Details vom Schnitt und von der Methodik beim Vernähen zu studieren.

Deshalb gibts noch nicht viel zu sehen, bloss lauter Fetzen roten Satins und schwarzen Tafts, jeweils mit einem soliden schwarzen Stoff versteppt (das Fräulein ratet mal das es irgend ein Polyester ist). Fehlen tun in dem Bild eigentlich nur noch zwei D-Ringe und ein Stück Kette, und eine zweite Single (die erste ist oben im Bild zu sehen, in der scheusslich pinken Hülle).

Mehr Bilder davon, und die früher schon versprochenen, folgen die Tage mal. Die von dieser Tasche dann hoffentlich in einem weiter fortgeschrittenem Stadium.

Wo ist das Fräulein bloss?

Wo steckt sie den bloss, was treibt sie nur, wieso schreibt sie so selten in ihrem Blog? Ganz kurz gesagt, weil sie zu wenig Zeit hat. Ganz stimmt das natürlich nicht, sie sollte auch so zwischendurch ein paar Minuten finden um einige Zeilen zu schreiben, aber wenn man dann noch den natürlichen Faulheitsfaktor mit einrechnet, und das Fräulein ist eine notorische Faulenzerin, dann erklärt das schon vieles.

Dazu kommt das sie eigentlich zu diesem Beitrag Bilder von ihrem Wochenende zeigen wollte. Denn die letzte Woche vor dem Wochenende hat sie sehr eifrig an ihrem neuen Korsett genäht. Es sollte zum burlesken Rock passen den sie schon gezeigt hat, also auch roter Satin mit schwarzer Spitze. Zum ersten mal hat sie dazu ein richtiges Schnittmuster benutzt, von Butterick. Das war ganz interessant, vor allem um mal zu sehen wie so ein Schnittmuster funktioniert, denn das Fräulein hatte tatsächlich noch nie nach einem Schnittmuster genäht. Das Muster und die Technik waren dann aber doch nicht so sehr unterschiedlich von den Methoden nach denen sie bisher schon gearbeitet hatte. Erschrocken ist sie vor allem an der Anzahl Stäbchen welche sie einarbeiten sollte, 24 im ganzen.

Nach einem Probeteil und einigen Anpassungen am Schnittmuster hat sie dann „nur“ 22 Stäbchen benutzt, weil sie einerseits eine breitere Schliesse eingearbeitet hat als im Schnittmuster vorgesehen und andererseits die vordersten Schnittteile deutlich geschmälert hat. Trotz der sehr vielen Stäbchen ist das Korsett aber sehr bequem geworden, so das es auch nach 10 Stunden noch immer völlig bequem zu tragen war. Und überhaupt ist sie gerade sehr in ihr neues Korsett verliebt, es ist nicht nur sehr bequem zu tragen, es gibt ihr auch eine tolle Figur.

Am letzten Samstag hat sie es zum ersten mal ausgeführt, zusammen mit dem Röckchen und ausserordentlich tollen Lackstiefeln. Dazu natürlich schwarze Strümpfe (nie Strumpfhosen, das Fräulein mag die überhaupt nicht) mit Strapsen (das mag sie dafür um so mehr). Und um das Tüpfchen auf das i zu setzen hat sie während der Party noch 10 Straussenfedern mit Kanülen in den Rücken gestochen bekommen.

Leider hat sie davon noch keine Fotos, denn sie würde sehr gerne zeigen wie alles zusammen ausgesehen hat (und sie würde auch selber gerne sehen wie sie mit den Federn ausgesehen hat), aber sie müsste demnächst Fotos bekommen. Dann wird sie ganz sicher auch hier etwas zeigen.

Und jetzt näht sie weiter: als erstes eine kleine Schallplattentasche aus Singles, und parallel dazu Probeteile zu zwei weiteren Korsetts für Freundinnen. Mehr dazu später.

Schlagende Argumente

Manchmal ist das Fräulein ein klein wenig böse. Oder zumindest etwas schelmisch. Auf jeden Fall macht es ihr Spass etwas zu provozieren. Und dem Leser sei verziehen wenn er oder sie jetzt glaubt das Fräulein spreche von SM.

Aber diesmal war das Fräulein echt brav und lieb, sie hat nämlich ein Geburtstagsgeschenk für ihren Neffen genäht, der gerade mal einmal um die Sonne gekreist ist bisher. Und er kriegt es später an diesem Tag. Ob es ihm gefallen wird weiss sie noch nicht, sie macht sich aber schon ein klein wenig Gedanken ob ihre Schwester das ganze adäquat finden wird.

Doch irgendwie kann das Fräulein heute schlecht schreiben, dann muss halt ein Bild her:

Das ganze ist zwar durchwegs aus Stoff und Watte, und eigentlich weich, aber das Fräulein befürchtet das es in den Händen des Kleinen durchaus zu einem Gerät der Zerstörung werden könnte. Sie hofft ihre Schwester wird es ihr verzeihen.

Genäht ist das ganze übrigens nach der Anleitung für einen Morgenstern von smultron bei Natron und Soda.