Zu spätnachtener Zeit

Es ist ungefähr 5 Uhr Morgens, das Fräulein liegt im Bett, zu ihrer Linken eine Tafel Schokolade (Cremant von Cailler, ca. 50% Kakao, vegan), zu ihrer Rechten ein grosses Glass selbstgemachten Eistee (Früchtetee mit Kirschenaroma, ungesüsst, mit einem Schuss Orangen- und Ananassaft verfeinert). Aus den Lautsprechern trällert die aktuelle Ausgabe von „A Darker Shade of Pagan„, einem Musikpodcast welcher mehr oder weniger dunkle heidnische Musik vorstellt. Und statt zu schlafen schreibt sie in ihrem Blog.

Vor ungefähr einer Stunde hat sie ihre Arbeit niedergelegt und sich einen Bissen Essen gesucht (Resten von einem feinen Thai Curry mit Reis, die Schokolade ist bloss Nachtisch), ein kleines Video geguckt (Blutengel – Reich mir die Hand), welches auch mit Grund ist wieso sie noch schreibt statt schon zu schlafen. Nicht das die Musik all zu sehr ihrem Geschmack entspricht, aber die Bilder im Video waren betörend schön. Da muss das Fräulein aber auch zugeben das sie äusserst gerne Gebissen wird, und das Blut für sie eine ganz besondere Ästhetik besitzt.

Zuvor hat sie aber genäht, und ist wieder ein schönes Stück voran gekommen. Das freut sie besonders weil der Montag was das Nähen anging ein kompletter Reinfall war, und sie auch am Dienstag nur wenige Stunden gearbeitet hatte weil sie mit Freunden in der Stadt unterwegs war. Die einzige grosse Pause welche sie sich heute gegönnt hatte war der Zubereitung des Abendessen und dessen Verzehr in gemütlicher Familienrunde gewidmet.

Die Tasche an welcher sie arbeitet hat verschiedene mehr oder weniger knifflige Details. Zum ersten ist sie klein, sie wird einen Durchmesser von 17.5 cm haben, bei einer Breite von 4 cm, das erfordert genaues Arbeiten. Damit die Tasche auch etwas aushält hat das Fräulein alle Teile sowohl vom Oberstoff als auch vom Futter verstärkt, so das fast alle Nähte durch mindestens 4 Lagen Stoff gehen, teilweise auch durch wesentlich mehr. Dann ist die immer lustige Aufgabe runde mit geraden Schnittteilen zu verbinden. Das mag zwar eigentlich nicht so kompliziert erscheinen, aber wenn man bedenkt das ein Kreis von 52 cm Umfang mit 1.5 cm Nahtzugabe 61 cm Umfang hat, aber trotzdem an einen 52 cm langen Streifen Stoff gesteckt werden muss, dann ist die Problematik sofort ersichtlich. Zusammengesteckt sieht das dann so aus:

Inzwischen ist das Fräulein aber schon ein schönes Stück weiter. Oberstoff und Futter sind fertig, die Nahtzugaben wo sinnvoll zurückgeschnitten und mit Zickzack versäubert (der ganze Fusel war einfach störend), die Ansätze für den Träger angenäht, und der Reissverschluss ist auch schon halb eingenäht. Abgesehen von den Singles die noch dran müssen fehlen eigentlich nur noch ganz wenige Details, so das das Fräulein denkt sie könnte morgen mit den Näharbeiten fertig werden.

Am liebsten möchte das Fräulein die Tasche dieses Wochenende schon fertig haben, sie hat heute Abend eine Einladung zu einer Suspension erhalten (also, wo sich Leute an Haken in der Haut aufhängen lassen). Sie will sich zwar dieses Wochenende noch nicht selber aufhängen lassen, aber sie freut sich sehr darauf dort beiwohnen zu dürfen. Leider hat sie auch keine Ahnung was frau dazu anzieht, aber eine schöne neue Tasche müsste doch eigentlich als Accessoire gut gehen.

Und jetzt geht das Fräulein wirklich schlafen.

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