Es spricht sich herum

Über die Festtage durfte das Fräulein lernen das es sich in ihrer Familie ziemlich gut herumgesprochen hat das sie gerne näht. So drehen sich die Geschenke die sie erhalten hat (das Fräulein ist mal unverschämt egozentrisch, was hier zählt ist was sie erhalten hat) fast ausschliesslich ums nähen. Abgesehen von einem Büchlein mit Cartoons von ziemlich zweifelhaftem Geschmack das sie von einer eher biederen Tante erhielt (die verdient dafür ein Bravo, sie hat sich damit klar aus ihrer Wohlfühlzone herausgewagt), und einem Päckchen mit veganen Gummibonbons, Stickern von der Piratenpartei, und gruftigen Ansteckern von einem Wichtel (der damit auch gut getroffen hat) dreht sich alles ums Nähen.

Erstens mal ist da ein neuer Kleiderständer den das Fräulein dringend nötig hatte, erst recht weil ihr alter das zeitliche gesegnet hatte. Der neue ist grösser, höher, und deutlich stabiler als der alte, und superpraktisch. Dazu kamen so Kleiderbeutel zum Kleider auf Reisen drin einpacken und dann gleich an den Bügel hängen zu können. Zwei Scheren kamen dazu, eine kleine Stoffschere und eine Garnschere, die beide schon gute Dienste geleistet haben.

Dann drei Bücher, eines zur Benutzung von Details, also Falten, Rüschen, Taschen, Stickereien, Knöpfen, und so weiter. Es ist reich bebildert, mit Texten welche die Bilder und Kleidungsstücke historisch und sozial situieren. Das zweite ist ein schweres, achthundertseitiges Lehrbuch zur Schnittmusterkonstruktion. Als Lehrbuch ist das natürlich nicht nur zum durchblättern und geniessen, sondern verlangt richtig bearbeitet und studiert zu werden. Der erste Drittel ungefähr ist Basistechnik, diese muss sie Grundsätzlich bearbeiten, der Rest behandelt dann verschiedene Kleidungsstücke. Das dritte Buch, Pattern Magic von Tomoko Nakamichi, beschäftigt sich auch mit der Schnittmusterkostruktion, ist aber schon im Ansatz anders. Es zeigt nicht wie bestimmte Schnitte konstruiert werden, sondern wie bestimmte Effekte in bestehende Schnittmuster integriert werden können. Dessen praktischer Nutzen ist vielleicht nicht ganz so gross wie beim ersten Buch zur Schnittmusterkonstruktion, aber es ist ästhetisch sehr ansprechend, und als Inspirationsquelle sehr reichhaltig. Das Fräulein hatte eben dieses Buch am Vortag in den Händen gehalten und es sich nur aus finanziellen Gründen nicht gekauft, da war sie um so erfreuter es am nächsten Tag auszupacken.

Und last but not least hat sie ein Nähkästchen erhalten. Das ist ein Doppeltreffer, denn das Fräulein liebt nicht nur das Nähen, sondern auch schöne Kästchen, Kisten, Kartons, Truhen und allerlei andere Behälter in welche sie auch allerlei Sachen einsortiert und aufbewahrt. Das Nähkästchen wurde auch umgehend in Betrieb genommen, denn sie hatte in dem Moment auf dem Sofa um sich herum ihre aktuelle Näharbeit und die dazugehörigen Geräte verteilt. Garn, Schere, Nadelkissen, Fingerhut und Schnittteile wurden sogleich in das Kästchen verstaut, und haben dort ihre vorübergehende Heimat gefunden.

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