Papierkram

Nach dem letzten Korsett wollte das Fräulein eigentlich gleich mit dem nächsten weitermachen. Aber wie dem so ist hat das „normale“ Leben, also das worin sie nicht näht oder mit ihren Freunden schöne Tage verbringt, wieder mal an die Türe geklopft, und das Fräulein hat die letzten Tage damit verbracht Berge an Papierkram zu schaufeln. Eigentlich also wirklich nichts lustiges, und sie hasst das Gefühl von Papierstaub welcher langsam in die Haut an ihren Fingern eindringt, aber am Ende eben doch Sachen welche dem Fräulein nachher erlauben mehr und ungestörter zu nähen und mehr Zeit mit ihren Freundinnen zu verbringen.

Aber obwohl sie noch nicht ganz fertig ist mit dem ganzen Kram so hat es sie doch in ihren Fingern nach etwas sinnlicherem als Papier gejuckt, und so hat sie gedacht ein kleines Projekt dürfte sie sich zwischendurch doch leisten:

Das ganze wird ein einfaches kleines Projekt, welches dann mal als Teil eines ganzen Outfits die Handschuhe ergänzen soll. Und das wäre vermutlich schon fertig, wenn nicht das Fräulein gedacht hätte irgend eine Herausforderung müsse doch dabei sein. Deshalb gibt es jetzt nicht nur eine kleine Stickerei auf der einen Seite der Tasche, sie macht auch das Futter deutlich komplizierter als sie es müsste, und zur Krönung wagt sie sich zum ersten mal an Paspeln.

Morgen muss das Fräulein aber wieder Papier rumschieben, und sie wird wohl kaum dazu kommen zu nähen. Aber ab Mittwoch ist das dann alles vorerst erledigt, und dann wird sie wieder tagelang ungestört nähen können.

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Es dauert, und dauert, und dauert noch länger, und dann ist es fertig.

Vor etlichen Wochen war des Fräuleins Plan das dieses Projekt bis zu ihrem Ausflug nach Freiburg fertig sein sollte. Dann wollte sie es fertig haben bevor ihr Besuch aus Russland da war. Und dann sollte es sofort nach der Aufhängung fertig werden. Und dann wenigstens sofort nachdem sie sich von der Aufhängung erholt hatte. Und dann war es fertig bis auf die Borte welche dem Fräulein nicht recht gefallen wollte. Und dann mussten nur noch die Enden von den Borten richtig versäubert werden. Und dann, endlich, endlich war es fertig, und das Fräulein nahm noch Fotos um es hier vorzustellen, und dann waren die Fotos unscharf.

Da hat das Fräulein aufgegeben und ist erst mal schlafen gegangen.

Jetzt hat sie aber nochmals alles photographiert, und endlich kann sie es zeigen (klick macht wie immer gross).

Zuerst wollte die Borte dem Fräulein nicht recht gefallen – sie mag sich auch erinnern das diese ihr schon beim Einkauf nicht wirklich gepasst hat – aber sie war ja von der Freundin erwünscht, also musste sie zumindest mal ausprobiert werden. Und wie sie so da sass und das Teil annähte – von Hand, versteht sich – fand sie immer mehr das es doch eigentlich nicht so schlecht aussehen würde. Und zum Stil der Empfängerin würde es sicher passen. Sie hat dann immer wieder mit sich gehadert, sie hätte längst fertig sein können, sie hätte viel mehr Spass an einer anderen Arbeit haben können, aber sie hat einen sturen Kopf, und nachdem sie sich dazu entschieden hatte liess sie sich nicht mehr davon abbringen.

Am Ende musste sie es nur noch schön zusammenrollen und dann mit viel Seidenpapier in den selbstgebastelten und massgefertigten Karton packen (dieses Photo übrigens mal mit Blitz, das betont den Stoff ganz anders als mit Umgebungslicht). Das mit dem Karton ist noch so was, das Fräulein mag ja schöne Kartons, Truhen, Dosen, ganz allgemein schöne Behälter. Das Fräulein ist da aber auch relativ anspruchsvoll, wenn diese das Fräulein überzeugen sollen so das sie sie benutzt dann müssen sie schon eine gewisse Eleganz vorweisen, oder zumindest ein an sich kohärentes Design aufweisen. Und mit der Zeit ist in ihr der Gedanke gewachsen das doch eigentlich all die schönen Sachen welche sie selbst produziert auch passende Behältnisse verdienen.

Und da kommt dann so etwas heraus. Der Karton ist ein einseitiger Wellkarton, also auf der einen Seite glatt und auf der anderen gewellt, was ihm viel Stabilität verleiht. Den Schnitt dazu hat das Fräulein selbst gezeichnet, und der Karton ist nirgends geklebt, verleimt, getackert, oder sonstwie verunstaltet. Das rote Satinband das den Karton zuhält ist ein Reststück, genau auf die passende Länge genäht. Gerne würde das Fräulein einen schönen Stempel machen damit sie ihren Avatar direkt auf die Verpackung drucken könnte, aber da sie vorerst keinen solchen besitzt muss eine unter das Band geschobene Visitenkarte ausreichen.

Das ganze ist natürlich noch nur ein Prototyp, das Fräulein hat verschiedene andere Ideen für Verpackungen im Hinterkopf welche sie mit der Zeit ausprobieren will. Aber für einen ersten Versuch ist sie sehr zufrieden damit.

Jetzt muss sie noch ein wenig Aufräumen, Schnittmuster mit Stoffproben archivieren, etwas Platz frei machen, dann kommt auch schon das nächste Projekt. Noch ein Korsett! Dieses aber ganz nach des Fräuleins Gefallen, ganz in Schwarz, das stärkste was sie ja gemacht hat. Es wird ein Überbrustkorsett, für eine Freundin in Australien die fast täglich Korsett trägt, und welche sich immer beschwert das die Stangenware viel zu schnell kaputt geht. Morgen muss sie also extrastarkes Garn kaufen, und dann will sie mal sehen ob sie ihrer Freundin nicht was liefern kann was ihr länger Freude macht.

Dankesehr

Heute hat das Fräulein mal nichts zu zeigen, obwohl sie eigentlich gerne endlich das Unterbrustkorsett ganz fertig gezeigt hätte. Sie hat für ein mal auch nichts über ihre zukünftigen Projekte zu erzählen, auch wenn diese sich immer mehr häufen. Heute will sie einfach mal allen ihren Leserinnen und Lesern danken die seit bald anderthalb Jahren hier her kommen und ihre Wörter lesen und ihre Werke begutachten. Heute will sie euch danken. Egal ob ihr immer wieder vorbei schaut oder nur einmal hier gewesen seit. Egal ob sie euch kennt und mit euch befreundet ist oder ob ihr anonyme Wesen hinter einem Bildschirm seid.

Manchmal vergisst sie euch alle ein wenig. Beim schreiben denkst sie oft nicht an euch, sondern schreibt einfach mal vor sich hin. Und manchmal ist sie unwillig oder es geht ihr nicht gut und sie schreibt gar nix für euch. Aber ohne euch hätte sie schon lange aufgehört hier zu schreiben.

Denn jeden Morgen nachdem sie aufsteht (zugegeben, das ist normalerweise eher am früheren Nachmittag als am Morgen) macht sie ihren Laptop an und guckt wie viele Leute Heute schon auf diesem Blog waren. Und am Abend guckt sie nochmals, und vor dem Schlafengehen sicher auch noch, und jedes mal freut sie sich wenn wieder ein paar Leute mehr bei ihr vorbei geguckt haben.

Und deshalb dankt sie euch allen, 10’000 mal und mehr dankt sie euch.

Und auch wenn sie euch manchmal ein wenig vergisst, oder ihr manchmal nur Zahlen auf dem Bildschirm seid, ohne euch alle hätte sie schon lange aufgehört zu schreiben. Deshalb nochmals ein ganz grosses Danke an euch alle.

Einmal Eng Geschnürt Bitte

Trotz Aufhängung und der immer noch nachklingenden Glücksgefühlen, und trotz des Wunsches in diesem Zustand der Wonne verweilen zu können, muss das Fräulein doch wieder weitermachen mit ihren Näharbeiten, sonst kommt sie nie dazu ihre WGT-Outfits anzufangen, geschweige denn fertig zu kriegen bevor es nach Leipzig geht.

Deshalb hat sie nun wie im vorletzten Beitrag erzählt an dem kleinen Korsett weitergemacht (klick macht gross):

Schrägband zuschneiden und annähen ist immer so eine Sache. Das Fräulein mag eigentlich die Idee von Schrägband um solche Kanten zu verschönern, sie kriegt es inzwischen auch ziemlich fein, aber es dauert dann eben doch immer viel länger als sie eigentlich erhoffen würde. Sie ist dabei sehr froh um das Reissverschlussfüsschen, inzwischen hat sie den Trick gelernt bei der zweiten Naht am Schrägband genau in den Falt an der ersten Naht zu nähen, was dann praktisch unsichtbar ist, zumindest wenn sie genau genug arbeitet. Ganz so perfekt wie wenn sie die zweite Naht von Hand unsichtbar näht ist es noch nicht, aber das Fräulein ist zufrieden mit dem Kompromiss zwischen Geschwindigkeit und Perfektion, und sie wird sich sicher noch verbessern.

Das Fräulein mag diese Stufe bei der Korsettherstellung sehr gerne, es ist fertig genäht, als Objekt ist es in sich Stimmig, es hat keine losen Enden, keine unfertigen Kanten; es hat ein grosses Eigengewicht, es ist solide, kräftig. Sie kann es in die Hände nehmen und richtig fühlen wie und was es ist. Es ist ein ganz besonderer Moment.

Inzwischen sind die Ösen auch schon eingeschlagen, 10 Paar schöne silberfarbene 5mm Ösen, und das Band zur Schnürung liegt auch bereit. Sie hat bloss eine Sorge, die Borte welche die Freundin gewünscht hat. Im Foto oben ist sie zu sehen, sie könnte ja schon hübsch eingesetzt werden. Aber das Fräulein glaubt überhaupt nicht das die Borte zum Korsett passen würde, viel mehr würde sie die Ruhe und das Gefühl in sich abgeschlossen zu sein welche das Fräulein beim betrachten des Korsetts jetzt empfinden zerstören.

Aber eben, da kann sie jetzt nicht viel machen. Morgen wird sie die Borte mal mit wenigen Stichen annähen und Vergleichsfotos machen, und dann hoffen das sie die Freundin überzeugen kann. Beim nächsten Korsett da freut sie sich schon, da kann sie dann völlig selbst und ohne Einschränkungen entscheiden.

Das Fräulein am Sonntag

Die Letzten Tage hat das Fräulein rein gar nix genäht. Aber für einmal hat sie auch eine wirklich gute und klare Ausrede dafür. Am Sonntag hat sie nämlich etwas für sie bisher Einmaliges gemacht: eine Suspension.

Etliche der Leser hier kennen wohl das Fräulein schon und wissen das sie sich schon lange wünscht das mal erleben zu dürfen. Andere wissen vielleicht nicht mal um was es sich dabei handelt. Für die letzteren erst mal eine kleine Aufklärung. Eine Suspension ist eine temporäre Body-Modification (also wie ein Piercing oder eine Tätowierung, aber temporär) bei welcher (mit Hilfe von sehr dicken Kanülen) grosse Haken (Fleischerhaken, Haken für die Hochseefischerei, Spezialanfertigungen) durch die Haut geführt werden, und die Person danach mit Seilen an den Haken in die Höhe gezogen wird, so das er oder sie nachher an den Haken in der Luft hängt.

Wie die meisten Praktiken aus der Body-Modifikation haben auch Aufhängungen in manchen Kulturen eine lange Tradition, im anglo-europäischen Kulturkreis finden sie erst Mitte des XX. Jahrhunderts im Rahmen der „Modern Primitives“ Bewegung Einzug. Man findet heute wohl in den meisten Europäischen Städten Piercingstudios welche auch Suspensions durchführen, aber auch dort sind es nicht alltägliche Ereignisse.

Das Fräulein interessiert sich ja schon seit langem für körperliche Grenzerfahrungen. Die Erfahrungen mit Federn oder dem Korsettpiercing (sie stellt gerade mit Erschrecken fest das sie davon gar keine Fotos gepostet hat, das muss sie dringend korrigieren) über welche sie hier auch schon geschrieben hat sollten das klar machen, aber es sind auch viele andere Erlebnisse seit ihrer Kindheit die in diese Faszination einfliessen. Spezifisch über die Aufhängung unterhält sie sich sicher schon zwei Jahre mit den Leuten in ihrem Piercing Shop, aber bisher hatten die Umstände nie gestimmt.

Jetzt war aber endlich alles richtig. Das Fräulein war zusammen mit einem Freund an der Session, begleitet von einem gemeinsamen Freund. Ein weiteres Mädel war auch da um sich Aufhängen zu lassen, und dann noch eine Interessierte die aber noch nicht ganz zu diesem Schritt bereit war.

Leider schafft es das Fräulein noch immer nicht die ganzen Gefühle und Stimmungen welche sie dabei erlebt hat auszudrücken. Mindestens in dem Sinne war es wirklich eine Grenzerfahrung, in dem es jenseits von dem war was sich einfach erzählen lässt.

Die Schmerzen waren durchwegs erträglich und am unteren Ende vom Rahmen welchen das Fräulein erwartet hatte. Sie beschränkten sich eigentlich fast ausschliesslich auf zwei Momente. Einerseits das Stechen selbst, der Durchmesser der Nadeln ist ziemlich respekteinflössend, auch wenn man schon öfters mit grösseren Nadeln (1.7mm) gestochen wurde. Aber im Endeffekt war der Schmerz doch nicht so gross, vom Gefühl her wie ein richtig heftiges Piercing. Der zweite Schmerzmoment kam dann beim hochziehen, das Gefühl ist da wie wenn jemand einen bei beiden Haken richtig fest kneifen und daran ziehen würde. Wohl das wichtigste zum Schmerz ist das er zwar bedeutend ist, aber bei weitem nicht so heftig wie es scheinen mag. Und vor allem ist der Schmerz zu keinem Moment der Mittelpunkt des Erlebnisses.

Die Zeit der Aufhängung selbst kann das Fräulein beim besten Willen nicht richtig beschreiben. Sie hat gelacht, vor Freude gejauchzt, geschaukelt und sich im Kreise gedreht, oder auch sich einfach nur still gehalten und alles genossen. Ein mächtiges Glücksgefühl hat sie dabei gepackt und bisher nicht losgelassen. Vermutlich wird das Fräulein noch weitere solche Erfahrungen machen müssen bevor sie diese nuanciert beschreiben kann.

Nach der Suspension hat sie sich für eine Weile ziemlich schwach gefühlt, hat gefühlt angefangen intern zu zittern, wohl weil das ganze sehr intensiv war. Dem folgte dann bald ein Heisshunger welchen sie zum Glück mit den bereitgestellten und mitgebrachten Süssigkeiten stillen konnte, sie war davon auch nicht überrascht, hatte sie doch auch schon nach anderen extremeren Erfahrungen grossen Hunger.

Würde sie es wieder machen? Auf jeden Fall. Das Erlebnis war etwas vom aussergewöhnlichsten und wunderbarsten was das Fräulein je erlebt hat. Zuerst braucht sie zwar noch eine gewisse Zeit zum verdauen und verarbeiten, aber sie wird ganz sicher bald wieder fliegen wollen.

Noch vier Schritte

Vier Schritte fehlen dem Fräulein noch bevor ihr neuestes Korsett fertig ist.

(Klick macht gross.)

  • Erstens muss sie Ober- und Unterkante mit Schrägband einfassen (und dazu erst mal die Streifen aus dem verbleibenden Stoff schneiden und zu Schrägband formen).
  • Zweitens muss sie die Ösen einschlagen, was eine Fitzelarbeit wird weil es ein klein wenig eng geworden ist zwischen den hintersten beiden Stäbchen.
  • Drittens eine Zierborte annähen, und zwar von Hand (da freut sich das Fräulein ausserordentlich wenig drauf).
  • Und viertens muss das Korsett noch geschnürt werden.

Das Fräulein ist aber noch nicht ganz von der Zierborte überzeugt. Rein farblich passt es, es würde auch wunderschön etwaige Unschönheiten beim Schrägband überdecken, aber es wäre eine grosse Arbeit und sie ist nicht überzeugt das das Resultat dann auch besser aussehen wird.

Sie wird wohl die Borte erst mal provisorisch anheften und der Freundin welche es kriegt Fotos mit und ohne zeigen, und sehen was sie gerne möchte. Schliesslich hatte die Freundin auch den Stoff und die Borte ausgewählt.

Und irgendwie, auch wenn sie eigentlich die letzten Tage voll ausgelastet war mit Terminen und Besuch konnte es das Fräulein trotzdem nicht lassen noch ein paar Stunden mit Nähmaschine, Bügeleisen und Bolzenschneider (um die Stäbchen abzulängen) zu verbringen. Die Arbeit tut ihr einfach gut.

Nach dem Wochenende

Das Fräulein ist zurück aus Deutschland, wo sie mit ihren Freundinnen und Freunden ein super angenehmes und entspanntes Wochenende verbracht hat. Solche Ausflüge von Zeit zu Zeit tun ihr richtig gut, sie bringen Abwechslung in ihr Leben, und gerade weil so viele ihrer Beziehungen übers Internet Bestand halten tut es sehr gut diese mit einem richtigen Treffen zu festigen.

Die Päckchen sind auch gut angekommen, zumindest zwei davon, vom dritten hat sie noch keine Nachricht erhalten. Und die beiden die angekommen sind haben auch Freude bereitet, was das Fräulein erst recht freut.

Gerne wäre sie am Wochenende auch Stoff kaufen gegangen, aber dann war die Zeit rings ums Treffen doch zu knapp, und das Wetter zu kalt, und da ist dann doch nichts draus geworden. Ein Päckchen voll mit Nähsachen hat sie aber trotzdem nach Hause gebracht, da sind drei Schliessen drin, 10 Meter Spiralfeder, 5 Meter Federstahl, 150 Endkappen in passenden Grössen, etliche Meter Schnürung, und etwas (1 Meter? 1 1/2? vielleicht sogar 2? das Fräulein ist zu müde im nachzusehen) schwarzen Coutil.

Die Schliessen sind je eine lange und eine kurze schmale Schliesse, die kurze ist inzwischen schon in das Unterbrustkorsett eingebaut an welchem sie arbeitet, dafür ist sie sicher stabil genug, die lange weiss sie aber ehrlich gesagt noch nicht so recht wozu sie sie benutzen wird. Die dritte Schliesse ist eine Löffelplanchette, die wird spannend und auch bald schon eingesetzt. Die Spiralfeder ist etwas dünn, aber der Shop bei dem sie bestellt hat hatte keine breitere auf Lager. Der Coutil ist auch ein Experiment, des öfteren liest sie in Foren und ähnlichem davon das der wirklich der beste Stoff sei für Korsetts. Aber sie liest auch immer wieder das Leute mit anderem Stoff auch gute Erfolge erziehlt haben, zumindest als Anfänger. Und selber hat sie ja auch schon ein paar Korsetts genäht ohne Coutil.

Aber das nächste ist für eine Freundin welche sich selbst als robust beschreibt, und das ihr fast alle Kleidungsstücke in viel zu kurzer Zeit kaputt gehen würden, einfach weil sie nicht solide genug verarbeitet sind. Und diese Freundin reduziert um 20 cm, das muss also doppelt halten. Entsprechend hat sich das Fräulein für Coutil entschieden, so ist es dann sicher solide und sie kann es mal ausprobieren (und im Fall der Fälle mehr davon bestellen und für alle Korsetts benutzen). Sie hat sich auch vorgenommen alles was irgendwie belastet wird an dem Korsett doppelt zu nähen (mit unterschiedlicher Stichlänge, das war ein Tip auf NuS). So sollte es hoffentlich halten.

Aber bevor sie da dran kommt hat sie noch vieles anderes vor. Donnerstag Morgen kommt Besuch aus St. Petersburg an der bis Sonntag Morgen bleibt, Sonntag Nachmittag hat sie ihre Suspension, und gerne möchte sie morgen (später heute) noch an den See die Eisgebilde fotografieren. Sehr viel wird sie wohl leider bis nächste Woche nicht zum nähen kommen.

Päckchen

Diese Nacht hat das Fräulein eifrig Päckchen gemacht. Erstens mal brauchte sie eines für den Rock von welchem sie im letzten Beitrag die Kostprobe gezeigt hat. Dieses ist ein Geburtstagsgeschenk, und entsprechend sollte es schön verpackt sein. Das Fräulein hatte sich dazu schon etwas Gedanken gemacht, sie wollte etwas aus festem Papier falten, aber eine genaue Faltstrategie hatte sie sich noch nicht überlegt. Als sie dann auch noch feststellen musste das sie gar kein solches Papier besass (obwohl sie das so in Erinnerung hatte) gab es einen kurzen Moment nervösen Rumsuchens. Aber schliesslich fand sie doch eine Lösung, und jetzt sieht das Päckchen so aus:

Das Fräulein überlegt sich das schon ein Weilchen im Hinterkopf, das doch eigentlich schöne Sachen auch schön präsentiert werden sollten. Sie liebt ja Truhen, Schachteln und Kartons aller Art, solange sie hübsch sind, und benutzt die auch gerne. Gerne würde sie auch mehr über die japanische Kunst des Verpackens lernen, in Japan sind Verpackungen oft kleine Kunstwerke für sich. Und gerne möchte sich auch mal ihre eigenen Sachen in passenden Verpackungen präsentieren können. Bis dahin ist aber noch ein langer Weg, dieses war nur mal ein kleines Experiment.

Die anderen Päckchen wurden nicht so hübsch, die kann das Fräulein auch nicht selber überreichen sondern muss sie per Post verschicken. Dabei profitiert sie davon das sie morgen nach Deutschland fährt, denn die Päckchen müssen auch beide nach Deutschland, und das Porto ist doch wesentlich billiger wenn sie die Sachen direkt aus Deutschland verschicken kann statt international aus der Schweiz.

Aber auch sonst hat das Fräulein die letzten Tage nicht gefaulenzt. Schon lange hatte sie ein kleines Underbustkorsett für eine Freundin geplant, der Stoff war auch schon lange gekauft, aber sie war nie aus dem Motivationsloch im Herbst herausgekommen. Jetzt aber da es endlich wieder besser geht und sie vorwärts kommt hat sie sich auch da dran gemacht, und ist schön voran gekommen. Ihr fehlt eigentlich nur noch der Stahl um es auch fertig zu machen, und diesen kriegt sie dieses Wochenende (wieder wegen den Portokosten, wenn sie eh gerade nach Deutschland geht lässt sie sich die Sachen lieber dort zu Freunden schicken und holt sie dann ab).

Jetzt ist sie aber erst mal drei Tage weg, selbst wenn sie sich noch entscheiden sollte den Laptop mitzunehmen wird sie wohl trotzdem nicht dazu kommen hier zu schreiben. Danach gibt es aber sicher wieder neue Geschichten aus des Fräuleins Nähkästchen zu lesen.