Auf zum WGT!

Die letzten Tage hat das Fräulein nichts mehr geschrieben und auch keine Fotos gezeigt, aber sie hatte vor lauter Nähstress einfach keine Zeit mehr dafür.

Und jetzt geht sie los ans WGT, und ist bis nächsten Mittwoch nicht mehr da (sie hat eine lange lange Fahrt). Sie freut sich schon ganz gewaltig! Aber in 10 Minuten muss sie aus dem Haus, also noch ein ganz kleines Zückerchen, die fast fertige Piratenjacke:

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Ein paar Photos vor dem Schlafengehen

Das Fräulein sollte im Bett sein – tatsächlich ist sie schon im Bett, aber sie sollte schlafen statt hier im Blog Sachen schreiben. Aber vorhin hat sie die immer noch unfertige Jacke mal schnell auf die Schneiderpuppe gehängt und fotographiert, und sie will euch diese Bilder nicht vorenthalten. Verzeiht bitte den nicht ganz ordentlichen Hintergrund, und Klick macht wie immer gross.

12 Tage!

Offiziell sind es noch 14 Tage bis zum WGT, welches ja vom 25. bis zum 28. Mai (nicht Juni wie das Fräulein erst geschrieben hat) stattfindet. Aber wie alle wissen fängt es ja eigentlich schon am 24. an, und da das Fräulein doch eine ziemlich lange Anreise hat (fast 1000 km Fahrt) reist sie hier schon am 23. ab. So kann sie noch bei Freunden welche dieses Jahr nicht ans WGT kommen können einen kleinen Zwischenhalt einlegen, und sie freut sich schon sehr auch diese zu sehen.

Ihren grossen Plan welchen sie ende März aufgestellt hatte konnte sie zwar nicht verwirklichen, das ist schon lange klar geworden, aber mindestens das grosse Outfit wird sie sicher zustande bringen. Dazu mal der Jetztzustand (klick macht gross):

Klar sichtbar ist das das Fräulein seit dem letzten Foto gut voran gekommen ist. Vom ganzen schweren Satin welchen sie zugeschnitten hat ist nur ein einzelnes kleines Teil noch nicht vernäht, welches mit einer kurzen geraden Naht befestigst wird sobald sie sich entscheidet wo dieses hin kommt (es gibt da verschiedene Möglichkeiten, strukturell ist es komplett nebensächlich).

Und was ist eigentlich in dem Foto zu sehen? Wem das eh schon völlig unverständlich aussieht darf diesen Absatz auch getrost überspringen. Die grosse Ausbuchtung in der unteren Mitte ist der untere Rückenteil, die Wirbelsäule verläuft zwischen dem D-Ring und der grossen Öse in Richtung Trinkglas. Links davon unter der grünen Nadeldose ist die linke Schulter, von welcher der (sehr lange) Ärmel links an der Ausbuchtung vorbei bis an den unteren Bildrand geht. Die drei auf Brokatstreifen montierten Schnallen links davon liegen über Magen und linker Brust. Der äusserste Zipfel neben den Garnrollen wird rechts um den Körper bis unter den Arm geschlungen und liegt dann über der schrägen Kante ganz rechts im Bild, welches auf etwa 2/3 der Länge mit der Unterkante vom Zipfel links verknöpft wird. Am restlichen Drittel wird noch der rechte Arm angesetz, welcher links im Bild neben den zwei Brokatstreifen verknüpft wird, der rechte Arm wird aber aus technischen Gründen aus einem anderen, weicheren Satin geschnitten.

Als nächstes muss der rechte Ärmel genäht werden, dies ist zum Glück weder kompliziert noch Aufwendig. Verschiedene der Nähte sollen knapp neben der Naht nochmals abgesteppt werden, und dann sollen alle Knöpfe aufgenäht werden (20 Stück im ganzen, wobei etliche davon rein dekorativ sind). Nachher gilt es das Futter einzunähen, die restlichen Knopflöcher erstellen, alles mit noch mehr Brokat verzieren, und die Schnürung im linken Ärmel anzubringen. Es ist zwar etwas ambitiös, aber das Fräulein glaubt bis Sonntag fertig zu werden.

In der Zwischenzeit trägt sie übrigens täglich ihr neues Korsett. Mit 15 cm Reduktion ist es doch etwas extremer als das Fräulein gewohnt ist, mal abgesehen davon das sie eigentlich nur zu besonderen Anlässen Korsetts trägt. Ein Wenig Korsetttraining ist also durchaus angebracht wenn sie am WGT darin bequem sein will.

Schwarz und Silber

Zuerst mal hat das Fräulein eine gute Nachricht. Das Monster ist eben (vor weniger als einer Stunde) in Australien angekommen, und ihre Freundin dort unten ist völlig aus dem Häuschen. Zitat: „OMG, Ich glaube ernsthaft das dies das bequemste Kleidungsstück ist welches ich je getragen habe!“ Fotos werden sicher bald folgen, aber ihr Freund liege faul im Bett. Aber das Fräulein ist auf alle Fälle froh das es passt, das Monster hat wirklich extreme Proportionen und sie musste beim Schnitt berechnen ziemlich spekulieren und hoffen das das dann auch funktioniert. Und weil es nach Australien sollte war auch keine Anprobe möglich.

Das also mal die gute Nachricht. Inzwischen ist aber schon viel später als das Fräulein auf bleiben wollte, und viel schreiben wird sie deshalb jetzt nicht mehr. Aber eine kleine Momentaufnahme von der Jacke soll es doch zu sehen geben.

Das ist die Jacke, in Einzelteilen. Eigentlich nicht mal mehr so sehr in Einzelteilen, die Elemente welche vor dem vernähen schon Deko oder andere Details benötigen sind fast fertig, nur noch ein paar grosse Ösen auf 7b und einige Knopflöcher auf 2b und 6b fehlen (falls jemand unter den Lesern das Schnittmuster entschlüsselt hat machen die angaben Sinn). Nachher wird alles zusammengesetzt, und das sollte eigentlich relativ schnell gehen, schliesslich sind das mit wenigen Ausnahmen nur gerade Nähte.

Das Futter ist übrigens auch schon fertig genäht und hängt lässig auf der Schneiderpuppe herum, wenn also der schwarze Satin fertig ist können die beiden Elemente schnell vereint werden. Inzwischen bleibt das Fräulein hingerissen vom visuellen Effekt den das Silberbrokat auf dem tiefschwarzen Satin erreicht. Was Brokat ist weiss sie da schon lange (Stoff mit eingewobenen feinen Metalldrähten, für wer das nicht weiss), aber das ist das erste Mal das sie damit arbeitet, und es ist wirklich ein fantastischer Effekt. Im ganzen kommen 10 Meter von dem Band an die Jacke.

Und es geht weiter!

Es sind nicht mal mehr 4 Wochen bis zum WGT, und da kann sich das Fräulein schlecht leisten Auszeiten zu nehmen. Schon bloss das sie gestern vor allem damit verbracht hat in ihrem neuen Korsett herumzustolzieren statt etwas zu arbeiten hat sie verärgert, und heute hatte sie auch einen schweren Start.

Am Schluss hat sie sich dann doch aufgerafft und zuerst ihren Stoff gebügelt, dann das Schnittmuster für ihre Jacke übertragen. Irgendwann wünscht sie sich einen richtig grossen Tisch für solche Arbeiten, aber diese Nacht musste sie das am Boden machen.

Mit ein Grund wieso sie alles auf den Stoff übertragen wollte bevor sie anfängt drauflos zu schneiden war das sie sich nicht sicher war ob sie nicht vielleicht zu knapp gewesen sei als sie den Stoff bestellt hat, aber zumindest diese Sorge hat sich nicht bestätigt. Im Gegenteil, sie wird ziemlich sicher genügend Stoff übrig haben um damit z.B. ein weiteres Korsett nähen zu können. Also alles in allem ein guter Tag.

Das mit dem grossen Tisch zum zuschneiden ist übrigens ein Grund wieso das Fräulein „kleine“ Projekte wie Korsetts oder Handtaschen gegenüber grossformatigeren Sachen wie langen Röcken vorzieht. Sie kann diese auch auf ihrem ganz normal grossen Tisch ohne Probleme kreieren, und das ist doch viel gemütlicher als stundenlang auf dem Boden zu knien.