Das „das Fräulein braucht ganz dringend was zum anziehen“ Röckchen

Gestern Abend war das Fräulein in Zürich an einem Konzert von den Deine Lakaien. Das Konzert, welches sie schon vor längerem angekündigt hatte, war voll genial. Sie hatte ja auch vor dazu ein Kleid zu nähen, ein wunderhübschen inspiriert von einem Kleid von JP Gaultier. Aber zuvor musste sie ja noch das Nightfire Kleid für die Kandee fertig machen (das wird dann morgen nochmals richtig anprobiert, abgelängt, und der obere Rand genau bestimmt, und dann ist es endlich fertig), also hat sie die Arbeit an ihrem Kleid zurück gestellt.

Also hat sie schon vor einer Woche oder so beschlossen das schwarze Kleid nicht zum Konzert fertig zu nähen, sondern erst mal nur das Underbust Korsett welches sie dazu braucht zu nähen, das kann sie ja auch ohne das Kleid tragen. Dann wurde die Zeit noch knapper, und noch knapper, bis das Fräulein schliesslich das Nightfire Kleid so weit fertig hatte das sie es mitnehmen und unterwegs fertig nähen konnte. Doch inzwischen sollte sie schon fast im Zug nach Zürich sitzen, und hat noch immer nichts zum anziehen.

Jetzt kommt also das „ganz schnelle Röckchen“, was für das Fräulein irgendwie seltsam ist, da sie echt lieber langsam und sorgfältig arbeitet als schnell und ungenau. Und, zum allerersten mal in diesem Blog, mit Anleitung!

Das ganze ist eigentlich nichts als ein sechseckiger Tellerrock: das Fräulein zeichne ein grosses gleichseitiges Dreieck auf Papier. Sie nehme Mass wo der Rock sitzen soll, und Teile das Mass durch sechs. Beim Dreieck schneide sie ein (auch gleichseitiges) Dreieck ab welches dieses Mass als Seitenlänge hat – der Rest des grossen Dreiecks ist nun das Schnitteil, die Breite des Schnittteils ist im übrigen die Rocklänge, also wenn ihr nicht einen Ultramini nähen wollt dann solltet ihr das Dreieck nicht zu klein machen!

Jetzt nehme das Fräulein ein Stück Stoff welches sie zu 6 Lagen zusammenfalten kann, welche genügend gross sind das sie das Schnittteil darauf legen kann. Wenn der Stoff eine praktische Markierung hat (Streifen oder so) kann das Schnittteil daran ausgerichtet werden. Schnittteil feststecken (die langen Stecknadeln zum quilten sind da ganz praktisch), und ringsum mit einem cm Nahtzugabe alle sechs lagen ausschneiden. Dazu noch einen etwa 8 oder so cm breiten Streifen ausschneiden, welcher dort wo der Rock hängen soll um die Hüfte oder Taille passt, mit einem Stück extra.

Die Schnitteile werden jetzt mit einem breiten Zickzack an den schrägen Seiten zu einem Sechseck zusammengenäht. Wenn der Stoff nicht elastisch ist sollte die eine Naht noch ein Stück offen gelassen werden. Nun noch den langen Streifen wie ein Schrägband falten, und als Bündchen an der Innenseite des Sechsecks festnähen (und wenn der Stoff nicht elastisch ist des Bundchen ein wenig länger lassen und etwas selbstklebendes Velcro benutzen um es zusammenzuhalten.

Wenn ihr unbedingt wollt könnt ihr nun noch alles etwas versäubern, vor allem den Saum, aber das Fräulein hatte echt keine Zeit dazu und sprang fort den Zug zu erwischen. Aber mit gerade mal sieben einfachen Nähten und in deutlich weniger als einer Stunde hatte sie ein neues Röckchen.

Das Konzert von den Lakaien war übrigens ausgezeichnet.

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