Vom Papier zum Stoff

Manchmal ist es frustrierend. Da arbeitet frau fast täglich an ihrem Projekt, müht sich ab um irgendwie noch ein Stündchen frei zu kriegen neben Haushalt und Garten und sonstigen Verantwortungen, und kriegt doch das Gefühl kaum voran zu kommen.

Aber dann kommt plötzlich alles zusammen, verfügbare Zeit und Motivation und irgendwo eine kritische Schwelle im Prozess überwunden (in diesem Fall: das Schnittmuster fertig haben und von Papier auf Stoff wechseln), und dann geht alles viel schneller als man glauben würde.

Letzte Nacht hab ich das Schnittmuster fertig gezeichnet, 19 verschiedene Schnittteile sind es geworden, mit sicher nochmals so vielen Zwischenschritten und Konstruktionsteilen. Da hab ich über eine Woche dran gesessen, immer wenn ich konnte, und es wurde einfach nicht fertig.

photo 1-3.JPG
Die Schnittteile schön ausgebreitet

Und heute hab ich den Stoff ausgelegt und angefangen zuzuschneiden, und bevor ich es merkte hatte ich 35 Teile zugeschnitten und konnte anfangen mal wirklich zu nähen. Und das läuft auch schon erstaunlich gut, erst recht nach so einer langen Pause.

photo 2-3.JPG
Ein Haufen Stoff, die eine Vorderseite schon fertig – mit Tasche!

Die Katze unterstützt mich auch regelmässig, am liebsten in dem sie sich auf dem Tisch ausstreckt und beruhigend schnurrt. :)

IMG_1401.jpg
So sieht Motivation aus

 

 

 

 

Advertisements

Es tut sich was

Das Fräulein kann zwar noch kein fertiges Projekt vorstellen, aber immerhin tut sich was. Ein Stoff den sie schon vor zwei Jahren gekauft hat soll endlich verarbeitet werden, und da bastelt sie gerade ein wenig am Schnittmuster herum. Und dazu hier ein kleines Foto zur Appetitförderung.

black cape 2

Ein paar Photos vor dem Schlafengehen

Das Fräulein sollte im Bett sein – tatsächlich ist sie schon im Bett, aber sie sollte schlafen statt hier im Blog Sachen schreiben. Aber vorhin hat sie die immer noch unfertige Jacke mal schnell auf die Schneiderpuppe gehängt und fotographiert, und sie will euch diese Bilder nicht vorenthalten. Verzeiht bitte den nicht ganz ordentlichen Hintergrund, und Klick macht wie immer gross.

12 Tage!

Offiziell sind es noch 14 Tage bis zum WGT, welches ja vom 25. bis zum 28. Mai (nicht Juni wie das Fräulein erst geschrieben hat) stattfindet. Aber wie alle wissen fängt es ja eigentlich schon am 24. an, und da das Fräulein doch eine ziemlich lange Anreise hat (fast 1000 km Fahrt) reist sie hier schon am 23. ab. So kann sie noch bei Freunden welche dieses Jahr nicht ans WGT kommen können einen kleinen Zwischenhalt einlegen, und sie freut sich schon sehr auch diese zu sehen.

Ihren grossen Plan welchen sie ende März aufgestellt hatte konnte sie zwar nicht verwirklichen, das ist schon lange klar geworden, aber mindestens das grosse Outfit wird sie sicher zustande bringen. Dazu mal der Jetztzustand (klick macht gross):

Klar sichtbar ist das das Fräulein seit dem letzten Foto gut voran gekommen ist. Vom ganzen schweren Satin welchen sie zugeschnitten hat ist nur ein einzelnes kleines Teil noch nicht vernäht, welches mit einer kurzen geraden Naht befestigst wird sobald sie sich entscheidet wo dieses hin kommt (es gibt da verschiedene Möglichkeiten, strukturell ist es komplett nebensächlich).

Und was ist eigentlich in dem Foto zu sehen? Wem das eh schon völlig unverständlich aussieht darf diesen Absatz auch getrost überspringen. Die grosse Ausbuchtung in der unteren Mitte ist der untere Rückenteil, die Wirbelsäule verläuft zwischen dem D-Ring und der grossen Öse in Richtung Trinkglas. Links davon unter der grünen Nadeldose ist die linke Schulter, von welcher der (sehr lange) Ärmel links an der Ausbuchtung vorbei bis an den unteren Bildrand geht. Die drei auf Brokatstreifen montierten Schnallen links davon liegen über Magen und linker Brust. Der äusserste Zipfel neben den Garnrollen wird rechts um den Körper bis unter den Arm geschlungen und liegt dann über der schrägen Kante ganz rechts im Bild, welches auf etwa 2/3 der Länge mit der Unterkante vom Zipfel links verknöpft wird. Am restlichen Drittel wird noch der rechte Arm angesetz, welcher links im Bild neben den zwei Brokatstreifen verknüpft wird, der rechte Arm wird aber aus technischen Gründen aus einem anderen, weicheren Satin geschnitten.

Als nächstes muss der rechte Ärmel genäht werden, dies ist zum Glück weder kompliziert noch Aufwendig. Verschiedene der Nähte sollen knapp neben der Naht nochmals abgesteppt werden, und dann sollen alle Knöpfe aufgenäht werden (20 Stück im ganzen, wobei etliche davon rein dekorativ sind). Nachher gilt es das Futter einzunähen, die restlichen Knopflöcher erstellen, alles mit noch mehr Brokat verzieren, und die Schnürung im linken Ärmel anzubringen. Es ist zwar etwas ambitiös, aber das Fräulein glaubt bis Sonntag fertig zu werden.

In der Zwischenzeit trägt sie übrigens täglich ihr neues Korsett. Mit 15 cm Reduktion ist es doch etwas extremer als das Fräulein gewohnt ist, mal abgesehen davon das sie eigentlich nur zu besonderen Anlässen Korsetts trägt. Ein Wenig Korsetttraining ist also durchaus angebracht wenn sie am WGT darin bequem sein will.

Schwarz und Silber

Zuerst mal hat das Fräulein eine gute Nachricht. Das Monster ist eben (vor weniger als einer Stunde) in Australien angekommen, und ihre Freundin dort unten ist völlig aus dem Häuschen. Zitat: „OMG, Ich glaube ernsthaft das dies das bequemste Kleidungsstück ist welches ich je getragen habe!“ Fotos werden sicher bald folgen, aber ihr Freund liege faul im Bett. Aber das Fräulein ist auf alle Fälle froh das es passt, das Monster hat wirklich extreme Proportionen und sie musste beim Schnitt berechnen ziemlich spekulieren und hoffen das das dann auch funktioniert. Und weil es nach Australien sollte war auch keine Anprobe möglich.

Das also mal die gute Nachricht. Inzwischen ist aber schon viel später als das Fräulein auf bleiben wollte, und viel schreiben wird sie deshalb jetzt nicht mehr. Aber eine kleine Momentaufnahme von der Jacke soll es doch zu sehen geben.

Das ist die Jacke, in Einzelteilen. Eigentlich nicht mal mehr so sehr in Einzelteilen, die Elemente welche vor dem vernähen schon Deko oder andere Details benötigen sind fast fertig, nur noch ein paar grosse Ösen auf 7b und einige Knopflöcher auf 2b und 6b fehlen (falls jemand unter den Lesern das Schnittmuster entschlüsselt hat machen die angaben Sinn). Nachher wird alles zusammengesetzt, und das sollte eigentlich relativ schnell gehen, schliesslich sind das mit wenigen Ausnahmen nur gerade Nähte.

Das Futter ist übrigens auch schon fertig genäht und hängt lässig auf der Schneiderpuppe herum, wenn also der schwarze Satin fertig ist können die beiden Elemente schnell vereint werden. Inzwischen bleibt das Fräulein hingerissen vom visuellen Effekt den das Silberbrokat auf dem tiefschwarzen Satin erreicht. Was Brokat ist weiss sie da schon lange (Stoff mit eingewobenen feinen Metalldrähten, für wer das nicht weiss), aber das ist das erste Mal das sie damit arbeitet, und es ist wirklich ein fantastischer Effekt. Im ganzen kommen 10 Meter von dem Band an die Jacke.

Und es geht weiter!

Es sind nicht mal mehr 4 Wochen bis zum WGT, und da kann sich das Fräulein schlecht leisten Auszeiten zu nehmen. Schon bloss das sie gestern vor allem damit verbracht hat in ihrem neuen Korsett herumzustolzieren statt etwas zu arbeiten hat sie verärgert, und heute hatte sie auch einen schweren Start.

Am Schluss hat sie sich dann doch aufgerafft und zuerst ihren Stoff gebügelt, dann das Schnittmuster für ihre Jacke übertragen. Irgendwann wünscht sie sich einen richtig grossen Tisch für solche Arbeiten, aber diese Nacht musste sie das am Boden machen.

Mit ein Grund wieso sie alles auf den Stoff übertragen wollte bevor sie anfängt drauflos zu schneiden war das sie sich nicht sicher war ob sie nicht vielleicht zu knapp gewesen sei als sie den Stoff bestellt hat, aber zumindest diese Sorge hat sich nicht bestätigt. Im Gegenteil, sie wird ziemlich sicher genügend Stoff übrig haben um damit z.B. ein weiteres Korsett nähen zu können. Also alles in allem ein guter Tag.

Das mit dem grossen Tisch zum zuschneiden ist übrigens ein Grund wieso das Fräulein „kleine“ Projekte wie Korsetts oder Handtaschen gegenüber grossformatigeren Sachen wie langen Röcken vorzieht. Sie kann diese auch auf ihrem ganz normal grossen Tisch ohne Probleme kreieren, und das ist doch viel gemütlicher als stundenlang auf dem Boden zu knien.

Nachtaktivität

Das Fräulein ist seit ihrer Jugend ein ausgesprochen nachtaktives Wesen. Zu manchen Zeiten war dies eher problematisch, und sie ist unzählige Male verschlafen oder sogar ohne geschlafen zu haben zur Schule oder Arbeit erschienen. Das sich daran vermutlich nie was ändern wird hat das Fräulein schon lange akzeptiert, und sie versucht ihr Leben möglichst so zu planen das es mit ihrem Schlafrhythmus kompatibel ist.

Dennoch will sie ihrer Nachtaktivität nicht ganz freien Lauf lassen, sie mag doch gerne auch das Tageslicht sehen, und muss auch immer tagsüber Sachen erledigen, und sei es nur einkaufen gehen oder ein Paket auf die Post bringen.

Deshalb hat sie sich eigentlich um 6 Uhr einen Feierabend gesetzt, wirklich ideal wäre wenn sie spätestens dann im Bett sein könnte. Aber wie das so geht, wenn das Projekt gut voran kommt und die Arbeit so richtig schön fliesst, da mag sie lieber nicht abbrechen, will mindestens dies oder jenes noch fertig machen, und schon ist ihr Feierabend überschritten und von draussen dringt das Tageslicht in ihr Zimmer, und dann wird es 7 Uhr oder gar später.

Aber jetzt hat sie für diese Nacht abgeschlossen, ihre Haare heruntergelassen (während der Arbeit steckt sie die immer hoch), den Vorhang gezogen, und hier ist noch ein Foto vom Jetztzustand ihres aktuellen Projekts.

Im übrigen ist es empfehlenswert Zungenkontakt mit Sekundenkleber zu vermeiden. Das Zeugs fühlt sich ganz schrecklich an.

Hornhaut auf den Fingerkuppen

Seit Vorgestern ist das Fräulein gut voran gekommen. Das Probeteil hat sie wie erwartet fertiggestellt, sich darin eingeschnürt und es ein paar Stunden getragen. Danach hat sie auf dem ersten basierend ein neues Schnittmuster gezeichnet und dieses an verschiedenen Stellen verändert und angepasst. Das ganze sah dann ungefähr so aus:

Vor allem ist es ein wenig länger, und die Taille ist ein wenig enger als beim Probeteil. Zusätzlich hat das Fräulein die Nahtzugabe verkleinert, 1cm genügt bei weitem. Als letztes hat sie letzte Nacht noch alles ausgeschnitten.

Heute war das Programm also klar: zuerst denn Stoff sauber bügeln, dann Oberstoff und Futter zuschneiden. Für das Futter hat sie einen einfachen relativ dünnen (Betonung auf relativ) Coutil mit feinem Fischgrätmuster genommen, für den Oberstoff einen Broche mit Blüten-/Rankenmotiv (hier in Nahaufnahme):

Nach einigen angenehmen ungestörten Stunden hatte sie einen fast 3cm dicken Stapel von zugeschnittenen Stoffteilen – der Broche ist wesentlich dicker als der Coutil, ungefähr 1mm, es ist ziemlich eindrücklich damit zu arbeiten. Etwas Sorgen macht sich das Fräulein da nur um die Versäuberung der Ober- und Unterkanten, mit einem so starken Stoff scheint es ihr annähernd unmöglich ein Schrägband zu formen, und vor allem zu nähen. Eine richtig sinnvolle Alternative ist ihr aber auch noch nicht in den Sinn gekommen, die Frage ist also noch offen.

Einige Stunden später, es war Besuch da, konnte sie sich endlich wieder an die Arbeit setzen, und kam wieder gut voran. Wesentlich herausfordernd war bloss das der Coutil sehr resistent gegen Stecknadeln ist und heftig Widerstand leistet wenn das Fräulein versucht ihn zusammenzustecken. Sonst ging die Arbeit zügig voran, und das Futter ist fertig zusammengenäht, aber auf ihren Fingerkuppen, vor allem dem rechten Zeigefinger, bildet sich von den Stecknadeln langsam eine Hornhaut aus.

Morgen will das Fräulein zuerst den Oberstoff nähen, dann die Tunnels für die Stäbchen platzieren. Zum ersten mal verwendet sie fertig gekaufte Tunnels statt diese selbst zu nähen, sie denkt sie spart so doch einige Stunden Arbeit die sonst mit dem nähen von den Tunnels drauf gegangen wären. Leider hat sie Morgen aber auch noch verschiedene Termine, und wird sich nicht so sehr der Arbeit widmen können wie sie möchte.

Eigentlich hätte sie gerne das fertige Futter gezeigt, aber da sie keine Lust hat jetzt aus dem Bett zu klettern um es zu photographieren muss der Stapel von Schnittteilen genügen. Im ganzen sind es 32 Lagen Stoff, und der Stapel ist ungefähr 28mm hoch:

Zwischenstand

Es sind nicht mal mehr 5 Wochen bis zum WGT, und das Fräulein ist so weit hinter ihrem Plan im Rückstand das es nicht mehr lustig ist. Ein wenig ist sie aber doch voran gekommen, die grossen Aufträge für andere sind fertig, und jetzt kann sie sich vollkommen auf ihre eigenen Sachen konzentrieren. Und da muss das Fräulein zugeben das trotz der ganz alltäglichen Freude welche sie beim nähen empfindet ihre Motivation doch noch ein Stück höher ist wenn sie für sich selbst arbeitet.

So hat sie Donnerstag Nacht begonnen ein Schnittmuster für ihr neues Korsett zu zeichnen, und das ist inzwischen so weit fortgeschritten das sie Morgen nur noch ein paar Ösen einschlagen muss und das Probeteil wird fertig zum anprobieren sein. Und sie muss zugeben das das Probeteil diesmal eindeutig nötig war, nicht nur um die Form abzustimmen, sondern auch weil sie einen neuen Schnitt ausprobiert hat. Anpassungen gibt es also eindeutig.

Trotzdem, Morgen wird sie den Stoff dafür zuschneiden, und wohl auch schon mit dem Vernähen beginnen können. Sie hofft ungefähr am Mittwoch das fertige Korsett vorzeigen zu können, bevor sie dann mit dem deutlich schwierigerem Projekt weitermacht, nämlich der Jacke.

Dabei muss sie aber hoffen das ihre Gesundheit stabil bleibt. Diese Woche musste sie zum Zahnarzt, und was eigentlich ein schneller Eingriff von 20 oder 30 Minuten Dauer gewesen wäre dauerte volle 90 Minuten. Der Eingriff konnte zwar dennoch erfolgreich beendet werden, aber das Fräulein nimmt jetzt Antibiotika und eher starke Schmerzmittel. Als nettes Extra hat sie seit heute Abend alle Anzeichen einer Erkältung. Irgendwie ironisch, genau dann wann sie auf Antibiotika ist wird sie krank.

Nach all dem Text will sie euch aber doch einen Blick auf das letzte fertige Werk gönnen, die neue Schallplattentasche (klick auf Bilder macht gross):

Eigentlich ist die Schallplatentasche ein ganz einfaches Konzept, und das Fräulein hat nebst ihrer ersten solchen auch schon andere Ausführungen gesehen. Man nehme drei Schallplatten, schneide bei zweien je ein Segment ab, bei der dritten zwei Segmente (die bildet nachher den Boden), und mache ganz viele Löcher in die Platten. Dazu nähe man eine Tasche mit den passenden Massen, setze die zwischen die Platten, und vernähe dank der vielen Löcher die Platten mit der Tasche.

Die genähte Tasche kann beliebig aufwendig sein, je nach Wunsch und Erfahrung der Schneiderin. Diese hier hat eine aufgesetzte Aussentasche und zwei Innentaschen, eine davon mit Reissverschluss, ist also insofern recht einfach gehalten. Anspruchsvoller ist das Material, der Oberstoff ist mit einer Lage Coutil (Korsettstoff) verstärkt, das Futter auch mit einer weiteren Lage weissen Stoff verdoppelt damit das Schwarz vom Oberstoff nicht durchscheint.

Bei den Schallplatten hat das Fräulein ihre ganze Erfahrung zusammengebracht und optimiert damit sie ein möglichst perfektes Resultat erzielt. Die erste wesentliche Neuerung ist das sie die Löcher zuerst auf einer Schablone aufzeichnet welche sie dann auf der Platte befestigt, so kann sie die Löcher millimetergenau positionieren. Die zweite Neuerung ist das sie die Löcher statt mit einer Lochzange welche sie vor jedem Loch erhitzt mit einer einfachen Ahle und sanftem Druck sticht. Die Vorteile sind viele, das Fräulein kann die Löcher viel genauer platzieren, die Löcher sind deutlich kleiner, sie muss nicht mehr Dämpfe von schmelzenden und brennenden Kunststoffen einatmen, und die Löcher sind regelmässiger im Aussehen weil die Temperaturunterschiede bei der Lochzange wegfallen. Und schliesslich hat sie noch, zumindest auf der sichtbaren Seite, alle Löcher entgratet.

Die Etiketten auf den Schallplatten sind eigentlich eine Spielerei, das Fräulein kann sich sehr gut vorstellen das Original stehen zu lassen, gerade wenn es eine Platte ist welche einem etwas bedeutet. Da dies hier nicht der Fall war hat das Fräulein die Etiketten für das erste Album ihrer (leider immer noch imaginären) Band The Black Swans entworfen. Beide Songs ihrer ersten Single sind darauf zu hören, aber auch viele neue Songs sowie auf der dritten Seite (die Tasche hat drei Platten, also hat das Album drei Seiten) ein Cover. Als Detail sind die Anzahl der Titel und deren jeweilige Länge auf die Anzahl und Länge der Songs auf den benutzten Platten abgestimmt.

Ein Probeteil später

Hach, das Fräulein hat so lange nichts mehr geschrieben. Irgendwie war sie nicht sehr kommunikativ drauf, sie hat auch verschiedene wichtige Mails und Briefe nicht geschrieben welche sie hätte schreiben müssen. Bei ihrem Piercer war sie auch noch nicht, was doch ein wenig wichtig wird, schliesslich wird sie in 10 Tagen wieder an Haken aufgehängt. Dafür war sie beim Arzt, und beim Chirurgen, und beim Zahnarzt, und hat überhaupt sehr viele Termine wahrgenommen.

Auch beim nähen war sie nicht untätig. Das Monster – uhh, das Korsett – von welchem vor zwei Wochen berichtet hat ist fertig bis auf die Schnürung. Es ist ein echtes Monster, der Coutil ist dick und schwer, der Peaux de Peche eher noch dichter gewoben, so das er zwar weich aber sehr zäh ist. Dazu kommen ungefähr 7 Meter Stäbchen die das ganze verstärken. Zwei mal hat das Fräulein die Nadel kaputt gemacht weil sie nicht durch den Stoff kam, und das waren starke 90er Nadeln. Eben, ein Monster. Von der Haptik her ist das Monster kaum von Leder zu unterscheiden, obwohl es nur aus Baumwolle besteht.

Eingekauft hat sie auch viel. Wie schon angekündigt verschiedenes Korsettzubehör bei Vena Cava. Dann hat sie auf einem Frankreichausflug (wo sie Rhynn, eine alte Freundin, getroffen und nette Leute kennengelernt hat) 17 Meter Stoff gekauft: 10 Meter weichen Tüll, 2 Meter schwarze Spitze, und 5 Meter total von verschiedenen Polkadotstoffen. Gerade heute hat sie nochmals die örtlichen Stoffläden abgeklappert, aber leider nicht gefunden was sie gesucht hat (dafür ist sie mit 2 Coupons nach hause gekommen). Und weil sie nichts gefunden hat steht eine weitere Bestellung bei Vena Cava an (nochmals 3.5 Meter Stoff), und sie sucht immer noch nach einem Futterstoff (nochmals 2.5 Meter). Und das soll alles bis zum WGT verarbeitet werden!

Aber eigentlich wollte sie ja gar nicht von Stoffen, Monstern, oder Terminen erzählen. Sie hat nämlich gerade das zweite Probeteil ihrer Galliano Jacke fertig. Ja, das Teil welches sie schon im alten Jahr angefangen hat. Das Teil welches 63 verschiedene Schnittteile und keine Anleitung hat (es sind nur 38 Teile davon relevant, 13 sind redundant und 12 eine Option – aber das muss man selber entdecken). Das Teil welches in nur einer Grösse kommt – 66 cm Taille, 80 cm Büste.

Ach ja, und das ist des Fräuleins neue Schneiderbüste. Sie hat so weit sie erkennen kann nur einen eindeutigen Fehler gemacht, nämlich Teil 5bis (die halbrunde Schulterklappe) zu weit vorne angesetzt. Des weiteren ist aus den Schnitteilen und Photos nicht ganz klar erkennbar wie der untere Rücken angesetzt werden soll, es erscheinen mindestens zwei Varianten passend. Weil das Fräulein darunter einen Bustle Rock (sie hat keine Ahnung ob das wirklich heisst, aber weiss was sie machen will) tragen will hat sie sich für die Variante entschieden bei der das Teil weit und voluminös absteht. Den linken Ärmel will sie statt per Reissverschluss, was im Steampunk (auch wenn sie nicht eigenlich auf Steampunk zielt) etwas anachronistisch wäre, mit einer Schnürung schliessen. Die drei Gummibänder links am Körper will sie mit Bändern und Schnallen ersetzen. Und für den Stoff nimmt sie einen schweren festen Baumwollsatin der für Korsetts gedacht ist. Beim einkaufen Heute hat sie einen noch viel schöneren gefunden, genau so schwer, aber reine Seide. Bloss leider bei 60 Franken den Meter (50 Euro) völlig unbezahlbar.

Jetzt will sie die Jacke mal an der Büste hängen lassen und sich auf ein paar andere Projekte konzentrieren. Und mit ein wenig Glück kommt ihr dann auch die Inspiration dazu was sie noch in der Grösse ändern müsste.