Das Fräulein näht … nicht

Sie sitzt gerade hier im Sofa und es juckt ihr richtig in den Fingern, aber nähen kann sie trotzdem nicht. Und das, mit einer kleinen Ausnahme, seit dem Dezember. Erst hatte sie eine grössere Operation, und auch wenn sie recht schnell wieder aus dem Spital raus war so hat die Genesung doch lange gedauert. Erst Ende Januar konnte sie sich wieder bequem setzen zum nähen. Eine kleine Gürteltasche in Fledermausoptik als arg verspätetes Wichtelgeschenk für eine Freundin ist dabei heraus gekommen, aber dann war es schon wieder aus mit dem nähen.

Weil jetzt ist das Fräulein umgezogen. Sie hat die Schweiz verlassen und wohnt jetzt mit ihrem Freund zusammen in einer schönen Wohnung in Dortmund. Und das ist wirklich wunderschön, und das Fräulein ist sehr glücklich hier zu sein statt nur alle zwei Monate zu ihm fahren zu können. Aber der Umzug nahm sehr viel Zeit in Anspruch. Die Wohnung musste renoviert werden. Der Umzug ihres Freundes war sehr chaotisch und etwas überstürzt/fluchtartig, so das er einige Zeit in einer nur halbwegs bewohnbaren Wohnung hauste. Das Fräulein selbst konnte nur mal zwei Wochen da sein um mit allem zu helfen. Und auch sonst war alles deutlich schwieriger und komplizierter als es sein sollte.

Dennoch ist jetzt endlich alles fertig. Zum Teil sind neue Böden verlegt. Die Wände sind neu tapeziert oder gestrichen. Die Küche ist komplett eingebaut; da ist das Fräulein besonders stolz darauf, da sie das so ziemlich in Eigenregie geschafft hat. Und seit heute ist auch noch die letzte Wand fertig gestrichen. Jetzt müssen das Fräulein und ihr Freund nur noch ein paar Möbel verschieben und die letzten Kisten ausräumen und der Umzug ist endlich fertig.

Und das beste… also, nicht das absolut beste, das ist das sie jetzt zusammen wohnen, aber das beste was das nähen betrifft, ist, das das Fräulein nun ein eigenes Nähzimmer hat. Und das ist gross genug das sie vielleicht sogar einen richtigen Zuschneidetisch rein stellen kann.

Aber zum nähen kommt sie jetzt immer noch nicht. Denn am Wochenende ist Einweihungsparty für die Wohnung, da haben die beiden die Leute aus dem Forum in welchem sie sich kennengelernt haben eingeladen, und es sind über 30 Leute angemeldet! Jetzt gilt es also erst mal sich da drauf vorzubereiten.

Und dann, dann kann sie immer noch nicht nähen, denn dann muss sie nochmals für zwei Wochen nach Genf zurück um Papierkram zu erledigen! Das ist an sich schon sehr frustrierend, das es nicht hat schneller erledigt werden können und das sie dafür ihren Freund verlassen muss. Und zum nähen ist es gleich doppelt frustrierend!

Und schon wieder schweigt sie

Dabei hatte sie doch fest vorgenommen wieder mehr hier zu schreiben.

Und sie näht und näht und näht, aber irgendwie hat sie nichts zum zeigen, und endlos über unfertige Projekte schreiben bringt ist auch nicht wirklich spannend. Ein Korsettdesign ist in Arbeit, nach vielen Tagen Entwurf und Schnittmuster zeichnen und Probeteil nähen hat sie jetzt endlich ein Schnittmuster welches funktionieren könnte. Aber das ist derzeit beiseite gelegt, den Weihnachten nähert sich rasend schnell und das Fräulein hat noch eine grosse Operation mit sicher einer Woche Spitalaufenthalt vor sich.

Und Weihnachtsgeschenke kann sie natürlich nicht zeigen bis nach der Bescherung. Aber was sie sagen kann ist das sie gelernt hat wie man appliziert, und das das irgendwie Spass macht, und doch ziemlich aufwändig ist wenn man ganz feine Sachen machen will.

Und so kann das Fräulein heute nur ein paar kleine Beutel mit Zahlen drauf zeigen (erste Versuche mit Applizieren), und dann muss sie aufhören zu schreiben und ganz dringend alle noch fehlenden solche Beutel nähen!

Das Fräulein ist zurück!

Nun ist es schon ein paar Monate her das das Fräulein von sich hat hören lassen, aber sie lebt noch, und sie ist zurück. Viel ist passiert inzwischen, fast alles zum Guten. Sie war auch viel unterwegs, in den letzten 3 Monaten war sie im ganzen einen Monat im Ausland. Dazu hatte sie auch noch Besuch, da blieb nicht viel Zeit zum nähen.

Sicher das grösste und wichtigste und wunderbarste Ereignis vom Sommer ist das sich das Fräulein verliebt hat. Nicht bloss verliebt, glücklich verliebt! Er ist wunderbar, und schön, und lieb, und immer sehr aufmerksam und achtsam, und sexy, und sehr intelligent, und total freakig, und so genial, und toll, und völlig einzigartig, und wunderbar (Moment, das hat das Fräulein schon gesagt), und sie liebt ihn so sehr!

Hier trägt er das Korsett welches das Fräulein für ihn genäht hat, das Fräulein selbst ist im Schmüsekleid von Natron & Soda, ihrem ganz ersten selbst-genähten Kleid. Das Korsett ist aus weissem Kunstleder und zwei Lagen Coutil und mit 22 Stäbchen verstärkt, alle Nähte auf welchen Zug liegt sind doppelt genäht, und das Fräulein sorgt sich immer noch das es vielleicht nicht genug ist, so sehr reduziert es die Taille. Es ist auch von der Verarbeitung her das beste Stück welches wie bisher genäht hat, worüber sie auch Stolz ist.

Leider wohnt er sehr weit weg, Google sagt es seien fast 800 km, und da sieht sie ihn viel zu selten, aber in ungefähr einem halben Jahr kann sie zu ihm in die Nähe ziehen.

Ansonsten wollte das Fräulein heute noch zwei weitere Sachen zeigen, nämlich hat sie sich letzte Woche einen flauschig-warmen Rock genäht, genau rechtzeitig zum Kälteeinbruch. Die schwarzen Panele sind aus schwerem Baumwollsamt, wie der Stoff für die Keile heisst weiss das Fräulein leider nicht, aber er ist etwas leichter und viel weicher. So fällt er ziemlich gerade, hat aber trotzdem eine Saumlänge von fast drei Metern, so das das Fräulein viel Bewegungsfreiheit geniesst.

Zwei überlange Gürtel am Bund sorgen dafür das der Rock nicht herunterrutscht.

Das zweite ist eine kleine Schallplattentasche für eine Freundin. Sie lag schon seit einem ganzen Jahr herum und wartete darauf das das Fräulein sich endlich ihr widmen würde und sie fertigstellen. Viel gab es eigentlich nicht zu tun, der Träger musste noch genäht werden, die Singles befestigt, und vor allem hatte das Fräulein geplant neue Etiketten für die Platten zu entwerfen. Und genau dieser Punkt hatte sie gestoppt, sie kann zwar so einigermassen mit Photoshop umgehen, aber es liegt ihr nicht besonders, und wenn dazu noch die Inspiration streikt geht gar nichts. Jetzt hat sie sich entschieden einfach die Etiketten von ihrer letzten kleinen Schallplattentasche wiederzuverwenden, und das Problem war gelöst.

Sommerlich und Retro

Auch wenn es gerade nicht so sommerlich ist wie das Fräulein sich wünschen würde, so hat sie doch was für die richtig warmen Sommertage genäht, und zum allerersten mal etwas aus einer Burda. In der letzten Burda war ja das hübsche retro Kleidchen aus den Fünfzigerjahren. Und das Fräulein liebt ja den Stil, und nicht nur weil sie auf Psychobilly steht (Anmerkung am Rande: des Fräuleins idealer Mann fährt einen Cadillac Eldorado zirka 1960). Und sie hatte hübschen Pünktchenstoff gekauft.

Die Anleitung aus der Burda hat sie dann aber nicht sonderlich beachtet. Und sie hat den Reissverschluss von der Seite nach Hinten verlegt. Aber sie musste es nur wenig anpassen, und es steht ihr vorzüglich.

Das Fräulein im Koma

Ein bisschen wie in einem Koma fühlt sich das Fräulein derzeit an, immerhin ist jetzt schon eine Woche vergangen seit dem WGT und sie hat rein gar nichts geleistet in der Zeit ausser ein wenig aus zu gehen. Dabei hätte sie ja durchaus viel zu tun, und auch viele Projekte zu nähen.Sie muss sich also wieder mal richtig zusammenreissen und was unternehmen.

Doch will sie heute von einer anderen Sorte Koma berichten, nämlich von ihrer zweiten Aufhängung, in der Koma Stellung (d.h. auf dem Rücken liegend, mit Haken in Brust, Magen, Ober- und Unterschenkel). Wer so was nicht mag sollte vielleicht den Rest des Beitrages überspringen.

Die Aufhängung ist eigentlich schon ein Weilchen her, jetzt dann zwei Monate, aber das Fräulein hatte grosse Mühe sie emotional zu verarbeiten. Im Vergleich zu ihrer ersten Aufhängung war das Erlebnis diesmal grundlegend anders, statt Ekstase und Transzendenz mit nur wenig assoziiertem Schmerz hat sie beim Koma Schmerzen durchlitten wie sie sie noch nie erfahren hat, und die einzige Befriedigung welche sie dabei erhielt war das sie doch einen sehr sturen Kopf hat.

Im Nachhinein wollte sie erst mal nicht viel an die Erfahrung denken, und hat sich in ihre Näharbeiten gestürzt (und das WGT war ja schon nah!). Auch als sie vor einem Monat oder so die Fotos erhielt (diesmal war ein professioneller Photograph dabei) hat sie diese nur mal kurz durchgeguckt, und war mehr geschockt als erfreut über was sie sah. Über die Erfahrung nachgedacht hatte sie natürlich auch viel, aber erst jetzt nach dem WGT und mit der kleinen Auszeit hat sie die Muse gehabt auch die Bilder richtig anzugucken (klick macht wie immer gross).

Das erste Foto kann vielleicht schon einen Eindruck vermitteln wieso das Fräulein von den Fotos etwas geschockt war. Sie kann ihren Gesichtsausdruck unmöglich lesen. Entstanden ist es vermutlich beim setzen vom siebten oder achten Haken.

Die Haken werden dann festgeschnürt. Hier (und überhaupt auf den Photos) nicht sichtbar ist das das Fräulein die ganze Zeit durch sehr kalt hatte. Die Temperatur war zwar nicht wirklich kalt, aber sie ist eben doch sehr kälteempfindlich, und wenn sie (später dann) zusätzlich zu allen Eindrücken von der Aufhängung gegen ständiges heftiges Zittern kämpfen muss wird alles um so schwieriger.

Langsam werden die Haken angezogen. Der Strick welcher die Haken mit der Trägerstange verbinden muss noch fein justiert werden das der Zug gut ausgeglichen ist. Wo dies bei der ersten Aufhängung sehr schnell und einfach ging und das Fräulein eigentlich in einer bequemen Situation war, da war dies eine lange komplizierte Geschichte in welcher das Fräulein ständig Schmerzen spürte und nie eine wirklich glückliche Verteilung des Zuges fand.

Und dann, wenn alles angepasst ist, wird das Fräulein angehoben. Wo sie dieses Foto zum ersten mal gesehen hat ist sie wirklich mal erschrocken, gerade darüber wie sehr die Haut am Magen verzogen ist. Das war das erste mal das sie in einem Foto von einer Aufhängung wirklich den Schmerz darin sah – wohl auch weil sie weiss wie viel Schmerz sie in diesem Moment am ertragen war.

Und fast sieht sie entspannt aus, wie sie dort in der Schwebe hängt zwischen Himmel und Erde. Aber nur fast, ihr Gesichtsausdruck lässt vermuten das sie Ekstase oder aber tiefe Qual erleidet, und leider war es letzteres. Sie musste dann auch umgehend abbrechen, und vermochte keine halbe Minute so in der Schwebe zu bleiben.

Und hier das Nachspiel, der Strick und die Haken werden entfernt, und man kann endlich sehen wie fertig sie nach der Erfahrung war.

Und ja, aus einer ersten Perspektive war das ein ziemliches Debakel. Das Fräulein hatte völlig unterschätzt wie anspruchsvoll ein Koma ist, sie war müde und unterkühlt und konnte sich deshalb auch nicht öffnen und den Empfindungen hingeben, so ist alles Schmerz geblieben und sie ist mit voller Wucht an ihre Grenzen gefahren.

Aber mit etwas Abstand und Reflektion muss sie sagen das es doch eine wertvolle Erfahrung war. Nicht nur weil sie ja doch die Aufhängung geschafft hat (was, wie sie an jenem Tag auch sehen konnte, nicht selbstverständlich ist), aber auch weil sie eine wichtige Lektion erfahren durfte. Das Fräulein war bisher in Bezug auf freiwillig erlebte Schmerzen nie an ihre Grenzen gekommen. Sei es beim BDSM oder beim Body Mod (Körpermodifikation, z.B. Piercings, Tattoos, und eben Aufhängungen). Irgendwo in ihrem Hinterkopf hatte sie langsam angefangen zu glauben sie hätte keine Grenzen beim Schmerz, sie sei quasi unverwundbar (also, im Geist, nicht im Körper). Das auch sie Grenzen hat (wenn gleich diese sehr weit gesteckt sind), das auch sie an ihre Limiten kommen kann, das ist doch eine wichtige Lektion.

Und ja, die ersten Wochen nach dem Koma hatte sie wenig Freude mehr an Aufhängungen. Aber inzwischen ist ihre Freude daran wieder voll erwacht, und sie kann es kaum erwarten bald wieder Flugstunden zu nehmen. Ende August dürfte es so weit sein, am Freitag geht sie dazu ihren Piercer sprechen.

Auf zum WGT!

Die letzten Tage hat das Fräulein nichts mehr geschrieben und auch keine Fotos gezeigt, aber sie hatte vor lauter Nähstress einfach keine Zeit mehr dafür.

Und jetzt geht sie los ans WGT, und ist bis nächsten Mittwoch nicht mehr da (sie hat eine lange lange Fahrt). Sie freut sich schon ganz gewaltig! Aber in 10 Minuten muss sie aus dem Haus, also noch ein ganz kleines Zückerchen, die fast fertige Piratenjacke:

Ein paar Photos vor dem Schlafengehen

Das Fräulein sollte im Bett sein – tatsächlich ist sie schon im Bett, aber sie sollte schlafen statt hier im Blog Sachen schreiben. Aber vorhin hat sie die immer noch unfertige Jacke mal schnell auf die Schneiderpuppe gehängt und fotographiert, und sie will euch diese Bilder nicht vorenthalten. Verzeiht bitte den nicht ganz ordentlichen Hintergrund, und Klick macht wie immer gross.

12 Tage!

Offiziell sind es noch 14 Tage bis zum WGT, welches ja vom 25. bis zum 28. Mai (nicht Juni wie das Fräulein erst geschrieben hat) stattfindet. Aber wie alle wissen fängt es ja eigentlich schon am 24. an, und da das Fräulein doch eine ziemlich lange Anreise hat (fast 1000 km Fahrt) reist sie hier schon am 23. ab. So kann sie noch bei Freunden welche dieses Jahr nicht ans WGT kommen können einen kleinen Zwischenhalt einlegen, und sie freut sich schon sehr auch diese zu sehen.

Ihren grossen Plan welchen sie ende März aufgestellt hatte konnte sie zwar nicht verwirklichen, das ist schon lange klar geworden, aber mindestens das grosse Outfit wird sie sicher zustande bringen. Dazu mal der Jetztzustand (klick macht gross):

Klar sichtbar ist das das Fräulein seit dem letzten Foto gut voran gekommen ist. Vom ganzen schweren Satin welchen sie zugeschnitten hat ist nur ein einzelnes kleines Teil noch nicht vernäht, welches mit einer kurzen geraden Naht befestigst wird sobald sie sich entscheidet wo dieses hin kommt (es gibt da verschiedene Möglichkeiten, strukturell ist es komplett nebensächlich).

Und was ist eigentlich in dem Foto zu sehen? Wem das eh schon völlig unverständlich aussieht darf diesen Absatz auch getrost überspringen. Die grosse Ausbuchtung in der unteren Mitte ist der untere Rückenteil, die Wirbelsäule verläuft zwischen dem D-Ring und der grossen Öse in Richtung Trinkglas. Links davon unter der grünen Nadeldose ist die linke Schulter, von welcher der (sehr lange) Ärmel links an der Ausbuchtung vorbei bis an den unteren Bildrand geht. Die drei auf Brokatstreifen montierten Schnallen links davon liegen über Magen und linker Brust. Der äusserste Zipfel neben den Garnrollen wird rechts um den Körper bis unter den Arm geschlungen und liegt dann über der schrägen Kante ganz rechts im Bild, welches auf etwa 2/3 der Länge mit der Unterkante vom Zipfel links verknöpft wird. Am restlichen Drittel wird noch der rechte Arm angesetz, welcher links im Bild neben den zwei Brokatstreifen verknüpft wird, der rechte Arm wird aber aus technischen Gründen aus einem anderen, weicheren Satin geschnitten.

Als nächstes muss der rechte Ärmel genäht werden, dies ist zum Glück weder kompliziert noch Aufwendig. Verschiedene der Nähte sollen knapp neben der Naht nochmals abgesteppt werden, und dann sollen alle Knöpfe aufgenäht werden (20 Stück im ganzen, wobei etliche davon rein dekorativ sind). Nachher gilt es das Futter einzunähen, die restlichen Knopflöcher erstellen, alles mit noch mehr Brokat verzieren, und die Schnürung im linken Ärmel anzubringen. Es ist zwar etwas ambitiös, aber das Fräulein glaubt bis Sonntag fertig zu werden.

In der Zwischenzeit trägt sie übrigens täglich ihr neues Korsett. Mit 15 cm Reduktion ist es doch etwas extremer als das Fräulein gewohnt ist, mal abgesehen davon das sie eigentlich nur zu besonderen Anlässen Korsetts trägt. Ein Wenig Korsetttraining ist also durchaus angebracht wenn sie am WGT darin bequem sein will.

Schwarz und Silber

Zuerst mal hat das Fräulein eine gute Nachricht. Das Monster ist eben (vor weniger als einer Stunde) in Australien angekommen, und ihre Freundin dort unten ist völlig aus dem Häuschen. Zitat: „OMG, Ich glaube ernsthaft das dies das bequemste Kleidungsstück ist welches ich je getragen habe!“ Fotos werden sicher bald folgen, aber ihr Freund liege faul im Bett. Aber das Fräulein ist auf alle Fälle froh das es passt, das Monster hat wirklich extreme Proportionen und sie musste beim Schnitt berechnen ziemlich spekulieren und hoffen das das dann auch funktioniert. Und weil es nach Australien sollte war auch keine Anprobe möglich.

Das also mal die gute Nachricht. Inzwischen ist aber schon viel später als das Fräulein auf bleiben wollte, und viel schreiben wird sie deshalb jetzt nicht mehr. Aber eine kleine Momentaufnahme von der Jacke soll es doch zu sehen geben.

Das ist die Jacke, in Einzelteilen. Eigentlich nicht mal mehr so sehr in Einzelteilen, die Elemente welche vor dem vernähen schon Deko oder andere Details benötigen sind fast fertig, nur noch ein paar grosse Ösen auf 7b und einige Knopflöcher auf 2b und 6b fehlen (falls jemand unter den Lesern das Schnittmuster entschlüsselt hat machen die angaben Sinn). Nachher wird alles zusammengesetzt, und das sollte eigentlich relativ schnell gehen, schliesslich sind das mit wenigen Ausnahmen nur gerade Nähte.

Das Futter ist übrigens auch schon fertig genäht und hängt lässig auf der Schneiderpuppe herum, wenn also der schwarze Satin fertig ist können die beiden Elemente schnell vereint werden. Inzwischen bleibt das Fräulein hingerissen vom visuellen Effekt den das Silberbrokat auf dem tiefschwarzen Satin erreicht. Was Brokat ist weiss sie da schon lange (Stoff mit eingewobenen feinen Metalldrähten, für wer das nicht weiss), aber das ist das erste Mal das sie damit arbeitet, und es ist wirklich ein fantastischer Effekt. Im ganzen kommen 10 Meter von dem Band an die Jacke.

Und es geht weiter!

Es sind nicht mal mehr 4 Wochen bis zum WGT, und da kann sich das Fräulein schlecht leisten Auszeiten zu nehmen. Schon bloss das sie gestern vor allem damit verbracht hat in ihrem neuen Korsett herumzustolzieren statt etwas zu arbeiten hat sie verärgert, und heute hatte sie auch einen schweren Start.

Am Schluss hat sie sich dann doch aufgerafft und zuerst ihren Stoff gebügelt, dann das Schnittmuster für ihre Jacke übertragen. Irgendwann wünscht sie sich einen richtig grossen Tisch für solche Arbeiten, aber diese Nacht musste sie das am Boden machen.

Mit ein Grund wieso sie alles auf den Stoff übertragen wollte bevor sie anfängt drauflos zu schneiden war das sie sich nicht sicher war ob sie nicht vielleicht zu knapp gewesen sei als sie den Stoff bestellt hat, aber zumindest diese Sorge hat sich nicht bestätigt. Im Gegenteil, sie wird ziemlich sicher genügend Stoff übrig haben um damit z.B. ein weiteres Korsett nähen zu können. Also alles in allem ein guter Tag.

Das mit dem grossen Tisch zum zuschneiden ist übrigens ein Grund wieso das Fräulein „kleine“ Projekte wie Korsetts oder Handtaschen gegenüber grossformatigeren Sachen wie langen Röcken vorzieht. Sie kann diese auch auf ihrem ganz normal grossen Tisch ohne Probleme kreieren, und das ist doch viel gemütlicher als stundenlang auf dem Boden zu knien.