Vom Papier zum Stoff

Manchmal ist es frustrierend. Da arbeitet frau fast täglich an ihrem Projekt, müht sich ab um irgendwie noch ein Stündchen frei zu kriegen neben Haushalt und Garten und sonstigen Verantwortungen, und kriegt doch das Gefühl kaum voran zu kommen.

Aber dann kommt plötzlich alles zusammen, verfügbare Zeit und Motivation und irgendwo eine kritische Schwelle im Prozess überwunden (in diesem Fall: das Schnittmuster fertig haben und von Papier auf Stoff wechseln), und dann geht alles viel schneller als man glauben würde.

Letzte Nacht hab ich das Schnittmuster fertig gezeichnet, 19 verschiedene Schnittteile sind es geworden, mit sicher nochmals so vielen Zwischenschritten und Konstruktionsteilen. Da hab ich über eine Woche dran gesessen, immer wenn ich konnte, und es wurde einfach nicht fertig.

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Die Schnittteile schön ausgebreitet

Und heute hab ich den Stoff ausgelegt und angefangen zuzuschneiden, und bevor ich es merkte hatte ich 35 Teile zugeschnitten und konnte anfangen mal wirklich zu nähen. Und das läuft auch schon erstaunlich gut, erst recht nach so einer langen Pause.

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Ein Haufen Stoff, die eine Vorderseite schon fertig – mit Tasche!

Die Katze unterstützt mich auch regelmässig, am liebsten in dem sie sich auf dem Tisch ausstreckt und beruhigend schnurrt. :)

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So sieht Motivation aus

 

 

 

 

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Projekte und so

Dem Fräulein geht es derzeit ziemlich gut. Nachdem sie im Herbst ziemlich unter Motivationsmangel gelitten hat und nur mühselig mit ihren Projekten voran kam hat sie anscheinend wieder den Mut und den Willen gefunden an ihren Ideen und Plänen zu arbeiten und findet auch wieder die Freude am nähen welche sie ständig voran treibt.

Die letzten zwei Wochen hat sie täglich sechs bis acht Stunden an ihren Handschuhen gearbeitet, manchmal auch mehr, so das diese nun beinahe präsentationsreif sind. Das hört sich nicht nur nach viel Arbeit an, das war es auch. Zum einen liegt das sicher daran das sie bisher immer mit dem Laptop in unmittelbarer Nähe arbeitet, und sich dort mehr oder weniger aktiv am Chatgeschehen beteiligt. Ihre Geschwindigkeit wird dadurch sicher verringert, aber das Fräulein braucht diesen sozialen Kontakt unbedingt. Das sie immer noch nicht besonders viel Erfahrung im Handnähen hat dürfte sicher auch ein Grund dafür sein.

Aber vor allem wird es daran liegen das sie anscheinend eine Macke für sehr kurze Stiche entwickelt hat. Ganz unerwartet kommt das nicht, eine gewisse Tendenz zum Perfektionismus im Detail hat sie schon früher bei sich festgestellt. Eine Zeitlang hatte sie auch eine Handschrift von bloss vier Millimeter Höhe, die hat sie sich bewusst abgewöhnt (es dürfen auch fünf Millimeter sein). Bei den Handschuhen hatte sie also eine Stichlänge von ungefähr anderthalb Millimeter. An den kritischen Stellen, also Fingerspitzen und den Winkeln zwischen den Fingern ist es sogar noch etwas kürzer.

Dafür hat sie Handschuhe welche, erst recht seit den letzten Korrekturen diese Nacht, wirklich perfekt sitzen. Ganz fertig sind sie noch immer nicht, das Fräulein muss sie entweder säumen oder ihnen einen Ärmel verpassen, und sie weiss noch nicht genau wie sie dabei vorgehen will, aber demnächst wird sie sie vorstellen können.

Was sie dafür zeigen wollte war das Nähkästchen welches ihr ihre Schwester geschenkt hat. Das Fräulein ist ziemlich überrascht wie sehr ihr das Kästchen gefällt, sie steht sonst eigentlich auf klare kräftige Farben, trotzdem gefällt ihr diese graugrüne (olivgrüne) Farbe sehr. Die Art und Weise wie die Kanten und Ecken strapaziert wurden spricht sie auch an (da hatte sie auch ein Korsett gesehen bei NuS aus (Kunst-)leder welches ebenfalls eine solche strapazierte Optik besass – das muss sie sich merken) und die Schliesse gefällt ihr besonders. Das Setzkästchen im Deckel hätte sie selber sicher auch anders gefüllt, aber es ist stimmig so wie es ist. Und damit ihre LeserInnen sich auch was vorstellen können liefert sie noch ein paar Fotos davon (klick macht gross, wie immer):

Im Titel hat das Fräulein auch sonst von Projekten gesprochen, und von denen hat sie wieder einige: bis ende Monat will sie die Handschuhe fertig nähen, dazu eine Tasche beenden welche seit Monaten als UFO rumliegt. Zwei Röcke sind auch angesagt als Geschenke für Freundinnen, der eine von denen ist auch schon lange fällig. Und schliesslich will sie noch ein schönes langes Cape mit hohem Kragen nähen, und dabei auch die Anleitungen aus ihrem Schnittmusterkonstruktionsbuch berücksichtigen.

Ein Korsett wollte sie auch bis dahin fertig haben, aber sie erhält die Schliesse dazu erst anfangs Februar, das muss also noch warten. Dafür erhält sie dann auch noch Material für ein weiteres Korsett, in welches sie eine Löffelschliesse einbauen will.

Das Fräulein hat also was vor.